Zum 15ten Mal trafen sich am 10. und 11. März 2017 die Vertreter der Kreis- und Stadtverbände zur Klausur- und Führungskräftetagung. Dieses Jahr in der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg.

Nach einer kurzen Begrüßung von Uwe Peetz und Schulleiter Dr. Roland Demke, hielt Herr Staatssekretär Eck ein Grußwort, das viel Lob für die Feuerwehren Bayerns enthielt. Besonders ging er auf die Arbeit rund um den Digitalfunk, die Sanierung des Feuerwehrerholungsheims und die Ausbildung an den Feuerwehrschule ein. Alfons Weinzierl folgte mit einem kurzen Vortrag über die Arbeit des LFV Bayern und bat Staatsminister Eck um die Umsetzung der Sonderförderprogramme des Jugendschutzanzugs und der Zweitausstattung für Atemschutzgeräteträger. Auch der Vorsitzende griff die Thematik Digitalfunk auf und berichtete von einem Treffen mit den Verantwortlichen in Hessen, das sehr informativ und hilfreich. Weiterhin forderte er, mehr Kapazitäten an den Feuerwehrschulen und neue Lehrerstellen zu schaffen.

Über den aktuellen Sanierungsstand im Feuerwehrerholungsheim in Bayrisch Gmain berichtete Heinrich Waldhutter. Er dankte Staatsminister Eck außerordentlich für die Unterstützung des Projekts. Ohne das Bayerische Staatsministerium wäre die Sanierung nicht möglich gewesen. Franz-Josef Hench informierte die Teilnehmer über die neusten Entwicklungen im Digitalfunk und Diginet II. Er informierte u.a. über das Updatesystem, gab Hinweise zur Statusrückquittierung und zu Objektfunkanlagen.

Nach der wohlverdienten Mittagspause hörten die Führungskräfte einen Vortrag von Thomas Zeleny, dem Geschäftsführer der tomcom GmbH. Er berichtete über die aktuellen Entwicklungen des Website-Kit´s und zeigte einige Websites von Feuerwehren die bereits das Kit nutzen. Einen gesonderten Bericht zur Entwicklung finden Sie in der Florian kommen-Ausgabe Nr. 112. Frau Fuchs des Innenministeriums, berichtete anschließend zum Ausbau der Staatlichen Feuerwehrschulen. Durch Luftbildaufnahmen verdeutlichte sie, was in den letzten Jahren bereits an Bauprojekten umgesetzt werden konnte und was noch weiter geschehen soll.

Nach diesem Vortrag folgte die traditionelle Kurzvorstellung der neuen Kreis- und Stadtbrandräte bzw. der Vorsitzenden. Dies waren SBR Stephan Bachl von der FW Straubing, Leiter der BF Ingolstadt Herr Josef Huber, KBR Michael Stahl aus dem Lkr. Cham, KBR Alexander Möbus im Lkr. Unterallgäu, KBR Peter Schmidt aus dem Lkr. Main-Spessart, SBR Martin Schneider aus Schweinfurt, KBR Michael Reitzenstein aus dem Lkr. Würzburg und KBR Christof Grundner aus dem Lkr. Traunstein. Nicht anwesend waren aus dem Lkr. Dachau KBR Franz Bründler, KBR Manfred Danner aus dem Lkr. Freising und Rene Lippeck, Vorsitzender im KFV Rottal-Inn.

Norbert Thiel berichtete im Nachgang über seine Erfahrungen mit dem Feuerwehrbedarfsplan und positiven Erlebnissen im KFV Nürnberger Land. Er wies jedoch auf einige Punkte hin, die bei der Umsetzung des Plans durch externe Firmen zu beachten sind. Zum neuen Ausbilderleitfaden für Atemschutzgeräteträger hielt Jürgen Schemmel der Feuerwehrschule Würzburg einen kurzen Vortrag. Er wies besonders auf Neuerungen und Aktualisierungen hin. Neu sind beispielsweise die Punkte zur Persönlichen Schutzausrüstung, Schlauchmanagement und das Vorgehen in Brandräumen.

Zur FWDV 2 – Ausbildung in der Feuerwehr referierte Dr. Demke zusammen mit seinem Stellvertreter Herrn Bräuer. Nach einem geschichtlichen Rückblick, erklärte Dr. Demke warum die Überarbeitung der FWDV 2 so wichtig ist. Ziel ist es, eine Ausbildung durch „Handeln“ zu gewährleisten, nicht durch Auswendiglernen der Theorie. Im Anschluss des Vortrags, überreichte Alfons Weinzierl Herrn Dr. Demke die Dankmedaille des Vorsitzenden des LFV Bayern. Er dankte ihm für die Gastfreundschaft und die gute Zusammenarbeit.

Nach Ende des ersten Tagungstages, trafen sich die Teilnehmer und Gäste in der neuen Übungshalle der Feuerwehrschule zu einer Führung und Fahrzeugschau. Anschließend ging es in den gemütlichen Teil mit Abendessen und interessanten Gesprächen über.

Friedericke Fuchs startete mit einem Vortrag zur Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes in den Samstagmorgen. Sie verwies auf den Zeitplan und kündigte die Umsetzung bis Mitte dieses Jahres an. Herr Joachim Benz, ebenfalls aus dem Bayerischen Staatsministerium, ermöglichte bei seiner Präsentation einen Einblick in das Abfragetool von ELDIS. Er erklärte anschaulich die Funktionsweise und die Auswertungsmöglichkeiten.

Über die Arbeit der Flughelfergruppen in Bayern berichtete Johann Eitzenberger, Vorsitzender des BFV Oberbayern. Er ging auf die geschichtliche Entwicklung ein und informierte über die Aufgaben, Ausbildung und die organisatorische Verankerung. Kurz stellte er auch den neuen Leitfaden der Flughelfer vor, der in Zusammenarbeit von Feuerwehr und Luftfahrzeugbetreibern erstellt wurde.

Kurz wurde von Herrn Bräuer noch der neue gemeinsame und einheitliche Internetauftritt der drei bayerischen Feuerwehrschulen vorgestellt. Unter www.feuerwehrschulen-bayern.de findet man nun alle drei Schulen. Jede Schule behält jedoch ihre eigene Homepage.

Traditionsgemäß folgten nach den Fachvorträgen drei Einsatzberichte. Heuer wurden das Messerattentat von Würzburg, der Sprengstoffanschlag in Ansbach und die Amoklage von München thematisiert. Die Herren Rehmann, Settler und Schäuble berichteten jeweils anschaulich über die Abwicklung der Einsätze.

Das Schlusswort gehörte dem Vorsitzenden, der allen Rednern und auch Teilnehmern herzlich für ihre Teilnahme und Mitwirkung dankte.

Im Rahmen der Klausurtagung aller bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte konnten diese, in der neuen Übungshalle der SFS Würzburg, die ersten beiden Prototypen des Gerätesatzes Hochwasser des Freistaates Bayern in Augenschein nehmen. Das Konzept wurde in einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern des Bayerischen Innenministeriums, der Feuerwehrschulen und des LFV Bayern, erarbeitet. Die Ausstattung wurde auf insgesamt elf Rollcontainer verlastet und beinhaltet u.a. 18 Schmutzwasserpumpen mit erforderlichem Zubehör, um nach Hochwasserlagen/Überschwemmungen Räume abpumpen zu können. Dabei kann eine Leistung von über 25.000 l/Min. bei einem Höhenunterschied bis 2,5 m erreicht werden. Nachdem bei den Planungen im Jahre 2014 nur von einer Ergänzung der Ausstattung bei Hochwasserlagen gesprochen wurde, konnte der LFV Bayern den Freistaat Bayern sachlich davon überzeugen, dass auch eine Transportmöglichkeit hierfür notwendig wäre. Im Ergebnis konnte nach einer Ausschreibung nunmehr ein Versorgungs-Lkw (MAN – TGM 13.290 4x4 BL) beigestellt werden. An Standorten mit Wechselladersystemen konnte ein Abrollbehälter Gerätesatz Hochwasser konzipiert werden. Nunmehr werden insgesamt 41 Gerätesätze Hochwasser durch den Freistaat Bayern beschafft und bei Feuerwehren stationiert. Nach den beiden Prototypen, die im Dezember 2016 ausgeliefert wurden, stehen die nächsten zwölf Gerätesätze im April 2017 und dreizehn weitere im Juli 2017 zur Auslieferung an, bevor dann Anfang 2018 die restlichen Gerätesätze an die Standorte ausgeliefert werden. Da es sich hierbei um eine staatliche Ausstattung für den Katastrophenschutz handelt, stehen die Gerätesätze natürlich auch bayernweit für einen Einsatz zur Verfügung.

Folgende Vorträge stellen wir Ihnen gerne zum Download bereit.