Auf dem Ehrenabend für die Feuerwehren des Landkreises Aschaffenburg am gestrigen Freitag in Kleinostheim wurden von Landrat Dr. Ulrich Reuter 40 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau mit dem staatlichen Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktive Dienstzeit geehrt. 27 Feuerwehrmänner und -frauen erhielten das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktive Dienstzeit.

Landrat Dr. Reuter zog in seiner Ansprache eine kurze Bilanz über die Einsätze im vergangenen Jahr. Nachdem das Jahr 2015 ruhig begonnen habe, gab es wieder viele, teils schwere Brände und technische Hilfeleistungen zu bewältigen. Es seien im vergangenen Jahr auch einige große Übungen durchgeführt worden. Zwischenzeitlich sei die Hälfte des Landkreises auf Digitalfunk umgestellt, die andere Hälfte sei bis Ende des Jahres abgeschlossen.
Die Freiwillige Feuerwehr sei in Deutschland eine der Säulen des deutschen Notfall- und Katastrophensystems. Sie ermögliche damit allen einen Sicherheitsstand, der weltweit zu den besten gehöre. Dessen sollten sich alle Bürgerinnen und Bürger immer wieder bewusst werden. „Wenn wir das nächste Mal einen Feuerwehreinsatz sehen, sollten wir daran denken, dass dort wieder Ehrenamtliche ihre Zeit opfern, um uns professionelle Hilfe zu leisten.“, so Landrat Reuter. Er bedankte sich bei allen Geehrten für ihren wertvollen und unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit aller. „Ihr persönliches ehrenamtliches Engagement ist wirklich lebenswichtig für uns alle“, so Reuter weiter. Nicht zuletzt bedankte er sich ausdrücklich auch bei den Ehepartnern und Familien der Geehrten, die ebenfalls viel Verständnis für die Aufgaben bei der Feuerwehr aufbringen müssten.
Im Anschluss an die staatlichen Ehrungen übernahm Kreisbrandrat Karl-Heinz Ostheimer die Verbandsehrungen.

Gotthard Kluger von der Feuerwehr Hösbach-Bahnof war von 1985 bis 1991 stellvertretender Kommandant und danach bis zum Jahr 2015 Kommandant seiner Feuerwehr. In den 30 Jahren seines Wirkens wurden zwei Feuerwehrfahrzeuge, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8-6 und ein Mehrzweckfahrzeug beschafft. Das Gerätehaus wurde in seiner Amtszeit sogar zweimal erweitert. 1995 erfolgte der erste Anbau und in einer Rekordzeit von nicht mal drei Jahren, vom ersten Entschluss 2010 bis zur Einweihung 2013, wurde das Gerätehaus ein zweites Mal deutlich vergrößert und modernisiert. Nach 30 Jahren Führungsarbeit sei der Name Gotthard Kluger mit der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hösbach-Bahnhof untrennbar verbunden.
Ludwig ADAM war von Anfang an ein engagierter und gut motivierter Feuerwehrmann der ehemaligen Feuerwehr Straßbessenbach. 1986 wurde er zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. 1992, nach einer Amtsperiode als Stellvertreter, wurde er Kommandant seines Heimatortes Straßbessenbach. Im Jahr 2002 schlossen sich die vier Feuerwehren der Gemeinde Bessenbach zur Freiwilligen Feuerwehr Bessenbach zusammen. Ludwig Adam hatte den Zusammenschluss maßgeblich mit vorbereitet und ihn entscheidend mitgestaltet. Auch in der neuen Freiwilligen Feuerwehr Bessenbach übernahm er weiter Führungsverantwortung. Er war von 2002 bis 2004 stellvertretender Kommandant und von 2009 bis 2015 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bessenbach. Es entstand mit der neuen Feuerwehr auch an zentraler Stelle ein neues Feuerwehrgerätehaus. Der Fuhrpark der vormals vier selbstständigen Feuerwehren wurde in ein neues, gemeinsames Fahrzeugkonzept überführt und die neue Mannschaft musste geeint werden.
In Anerkennung für ihre Leistungen um das Feuerwehrwesen verlieh der Kreisbrandrat im Auftrag des Landesverbandsvorsitzenden an Gotthard Kluger und Ludwig Adam das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.
Ostheimer ehrte danach Reiner Strunz von der FF Waldaschaff und Franz Walter von der FF Hörstein für ihre Verdienste um das Feuerwehrwesen mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Aschaffenburg.
Erich Imhof, Winfried Reisert, Ludwig Wienand, Martin Brendel (alle FF Karlstein), Helmut Stenger, Ute Griebel (beide FF Gunzenbach), Ursula Hain (FF Rothengrund), Norbert Grünewald, Jürgen Büttner, Hans-Peter Albrecht (alle FF Schöllkrippen), Horst Grebner (FF Hörstein), Petra Schulte (FF Goldbach), Franz Prakesch (FF Hösbach-Bhf.) und Robert Ebert (FF Glattbach) zeichnete der Verbandsvorsitzende mit dem Ehrenkreuz in Silber des KFV Aschaffenburg aus.
Für besondere Verdienste um die Jugendarbeit verlieh er gemeinsam mit Kreisjugendwart Georg Thoma an Horst Knoth (FF Alzenau), Sebastian Rußmann (FF Goldbach) und Tim Kahlow (FF Waldaschaff) die Ehrennadel in Silber für Jugendarbeit des Kreisfeuerwehrverbandes.
In ihren Grußworten bedankten sich Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback (CSU) und die Landtagsabgeordneten Martina Fehlner (SPD), bei den Geehrten für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz für das Gemeinwohl und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger ihrer Gemeinde.
Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Musikverein Keilberg. Die Feuerwehr Glattbach kümmerte sich um die Bewirtung der Gäste.

20 Februar 2016, 13:29