Kreisbrandrat Karl-Heinz Ostheimer wurde auf der diesjährigen Kommandantenversammlung in Krombach von den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren und den Leitern der Werkfeuerwehren des Landkreises Aschaffenburg mit großer Mehrheit erneut wiedergewählt. KBR Ostheimer erhielt insgesamt 54 der 61 abgegeben Stimmen und wurde damit in seinem Amt eindrucksvoll bestätigt. Der Wahl gingen ein ausführlicher Jahresbericht des Kreisbrandrates und eine Ansprache von Landrat Dr. Ulrich Reuter voraus.

Ostheimer ging zu Beginn seines Berichtes auf die Personalstärke der Feuerwehren ein. 2551 Frauen und Männer bei den Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg, stehen aktuell uneingeschränkt jedem, der Hilfe und Schutz benötigt, zur Seite. Im Landkreis Aschaffenburg leisten derzeit 320 Frauen aktiven Feuerwehrdienst. In den Jugendgruppen sind 572 Jugendliche organisiert, davon sind 136 Mädchen und junge Frauen. In den 26 Kinderfeuerwehren, die über die Feuerwehrvereine organisiert sind, werden 325 Kinder, in der Regel von 8 bis 12 Jahren, auf die Jugendfeuerwehr vorbereitet.

Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften ohne ausreichendes Personal seien sinnlos. Er appellierte insbesondere an die Arbeitgeber der Feuerwehrleute, dass sie die Feuerwehrleute für ihren Dienst an der Allgemeinheit gemäß den gesetzlichen Regelungen freistellen, sonst seien die Grundvoraussetzungen für eine Freiwillige Feuerwehr in unserer Gesellschaft zerstört.

Ostheimer gab einen Überblick über die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres: „Insgesamt waren es 4.037 Einsätze, das sind durchschnittlich mehr als 11 Einsätze pro Tag. Neben 504 Brandmeldungen wurden 2294 technische Hilfeleistungen abgewickelt. Hinzu kommen 452 Fehlalarmierungen, wobei hier der größte Teil durch Fehlauslösungen von Brandmeldeanlagen verursacht ist. Den größten Anteil an den technischen Hilfeleistungen hat der Verkehr.

Mehr als 900 Einsätze waren bei Verkehrsunfällen mit Straßen- Schienen und Luftfahrzeug, Ölspuren auf Straße, auslaufender Treibstoff usw. erforderlich. An zweiter Stelle stehen die 506 First Responder Einsätze, gefolgt von den rund 300 wetterbedingten Einsatzlagen, wie Hochwasser, Sturm- und Unwetterschäden usw.“

Sehr personalintensiv wären die zunehmenden Suchen nach vermissten Personen. Rund 120-mal seien Wohnungen bei einer akuten Gefahr geöffnet worden. Gerade diese Art der Einsätze brächten oft tiefe Einblicke in den Zustand unserer Gesellschaft und belasten die Einsatzkräfte.

Bei 163 Feuerwehr-Sicherheitswachen produzierte die Feuerwehr präventiv Sicherheit für unsere Mitbürger, insbesondere bei der Absicherung von Veranstaltungen, so Ostheimer weiter. Der Rest der Hilfeleistungen verteile sich auf das breite Aufgabenfeld unserer Feuerwehren.

Er merkte an:„Viele Bürger merken gar nicht, dass diese Leistungen ehrenamtlich erbracht werden –unsere Freiwilligen Feuerwehren arbeiten so professionell, dass dieser Unterschied vielerorts nicht erkennbar ist.“

Ostheimer listete weiter auf: „55 Menschen wurden bei Bränden aus der Gefahr ohne den Einsatz von Feuerwehrleitern gerettet. 48 Personen mussten über Feuerwehrleitern sowohl bei Bränden als auch bei technischen Hilfen gerettet werden. Bei den unterschiedlichsten technischen Hilfeleistungen konnten wir 159 Menschen retten, bei 26 Personen kam leider unsere Hilfe vergebens. 134 Menschen betreute und versorgten wir während Feuerwehreinsätzen. 368 Menschen erlebten bei First Responder Einsätzen ihre Feuerwehr als Helfer in höchster Not. Aber auch hier konnte bei weiteren 27 Menschen keine Hilfe mehr geleistet werden.“

Er dankte allen Feuerwehrleuten aus dem ganzen Landkreis für ihre tolle Arbeit bei den vielen Einsätzen. Genauso herzlich dankte er aber auch den Partnern der Feuerwehrleute für die viele und stille Unterstützung im Hintergrund. Ohne diese wären viele Leistungen nicht möglich gewesen.

Die Stromversorgung sei die Achillesferse unserer Gesellschaft. Er warnte vor einem längerandauerndem Stromausfall und seinen Folgen und dankte unserer Bundestagsabgeordneten Andrea Lindholz für die Vermittlung 30 kostenloser, gebrauchter Notstromaggregate von der Bundeswehr. Diese gingen an Feuerwehren, die Gerätehäuser bis max. 3 Stellplätze haben. Sie sollen dann für die jeweiligen Ortsteile ein "Leuchtturm" sein, an den sich die Bürger wenden können, wenn sie bei einem Stromausfall einen Notfall haben.

Seit Anfang 2015 werde mit Hochdruck an der Umsetzung des digitalen Sprechfunks im Landkreis Aschaffenburg gearbeitet. Er sei guter Dinge, dass bis Mitte des Jahres der digitale Sprechfunk flächendeckend eingeführt sei.

Ausbildung sei ein ganz wichtiger Punkt bei den Feuerwehren. „Nur wenn wir uns gut auf die Einsätze vorbereiten, können wir gute und professionelle Hilfe leisten,“ so Ostheimer. Es würden während des Jahres sehr viele Lehrgänge und Seminare angeboten, die auch gut angenommen werden.

Er kündigte an, dass am Wochenende vom 10.09. bis 11.09.2016 eine große Kontingentübung stattfinden werde, bei der zusammen mit dem Landkreis Miltenberg und dem Kontingentpartner der Stadt Aschaffenburg, je ein Hilfeleistungskontingent in die Verbandsgemeinde  Simmern im „Rhein-Hunsrück Kreis“ in Rheinland Pfalz verlegt werde.

Auch der Spaß solle nicht zu kurz kommen, so finde am Samstag, 12. November 2016 erstmals ein Kreisfeuerwehrball in der Hahnenkammhalle in Alzenau-Wasserlos statt.

Landrat Dr. Ulrich Reuter ging in seiner Ansprache auf die zahlreichen Brand- und Hilfeleistungseinsätze im vergangenen Jahr ein, nachdem das Jahr zunächst ruhig begonnen habe. Er gab auch einen kurzen Überblick über verschiedene durchgeführte Übungen. Er zitierte den ehemaligen Bundenpräsidenten Theodor Heuss. „Die Sorge und Hilfe für andere Menschen ist das wertvollste Kapital im Haushalt der Menschheit. Und solange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Welt nicht allzu schlimm bestellt,“ und betonte: „Sie alle und die Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland sind als eine Säule des Notfall- und Katastrophensystems ein wichtiger Teil dieses Kapitals.“ Der Landkreis Aschaffenburg trage ebenfalls seinen Teil dazu bei. Seit 01. Januar zahle der Landkreis eine Miete für die Stellplätze von Landkreisfahrzeugen und überörtlich notwendigen Feuerwehrfahrzeugen. Das Ziel sei es mittelfristig die Fahrzeuge zu sichern, langfristig eine Motivation zum Neubau von Stellplätzen zu schaffen.Zum Ende seiner Ansprache schlug er den Kommandanten und Leitern der Werkfeuerwehren vor, KBR Ostheimer erneut zum Kreisbrandrat des Landkreises Aschaffenburg zu wählen. Das Fachwissen, das Engagement und die Initiativen des Kreisbrandrates seien Garanten dafür, dass der Landkreis Aschaffenburg über die Kreisgrenzen hinaus einen anerkannten Ausbildungs- und Leistungsstand seiner Feuerwehren und Katastrophenschutzkomponenten vorweisen könne, und bat darum Karl-Heinz Ostheimer die Stimme zu geben.

In Ihren Grußworten dankten die Landtagsabgeordneten Peter Winter (CSU) und Martina Fehlner (SPD) für ihr Engagement und ihren Einsatz. Der Leiter der Polizeiinspektion Alzenau, Polizeirat Winfried Schuck bedankte sich ebenso wie Sven Oster vom BRK Kreisverband Aschaffenburg für die stets gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

28 Februar 2016, 13:35