Am Samstag, 13. Februar 2016, fand in der Kahler Festhalle eine ganztägige Fortbildungsveranstaltung für die Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Aschaffenburg statt.

Kreisbrandinspektor Frank Wissel und der für die Ausbildung zuständige Kreisbrandmeister Thilo Happ konnten insgesamt 225 Feuerwehrleute aus dem Landkreis begrüßen und willkommen heißen. Der Kahler Bürgermeister Jürgen Seitz begrüßte die Anwesenden in der Kahler Festhalle und dankte ihnen in seinem Grußwort für die Bereitschaft, an der Schulungsmaßnahme teilzunehmen. Weiterhin wünschte er der Veranstaltung viel Erfolg und einen guten Verlauf.

Kreisbrandmeister Happ und sein Team hatten wieder ein interessantes Tagesprogramm für die Teilnehmer ausgearbeitet.

Kreisbrandinspektor Otto Hofmann aus Waldaschaff referierte über das Thema Feuerwehrbedarfsplanung. Zu Beginn seiner Ausführung stellte Hofmann die Ziele der Feuerwehrbedarfsplanung vor. Nachfolgend wurden die Bereiche Risikoanalyse, Bestimmung des Schutzzieles, Standardisierte Schadensereignisse und Festlegung der Ausstattung der Feuerwehr erklärt. Bei dem Augenmerk auf die technische Ausstattung darf jedoch der Blick auf die personelle Ausstattung der Feuerwehr nicht zu kurz kommen.

Zum Ende des kurzweiligen Vormittags referierte der Kreisfeuerwehrinspekteur des Rhein-Lahn-Kreises Gerd Grabitzke über einen Schiffsunfall am 13.01.2011 auf dem Rhein auf Höhe Sankt Goarshausen. Das havarierte Tankmotorschiff „Waldhof“ war mit vier Personen und rund 2400 Tonnen 96%iger Schwefelsäure beladen und verunglückt. Der Kreisfeuerwehrinspekteur erläuterte den Anwesenden sehr deutlich den Einsatzablauf, die Aufgaben der Feuerwehr, die Vorgehensweise und die Probleme bei diesem nicht alltäglichen Einsatz.

Nach der Mittagspause hielt Thorsten Haag von der Berufsfeuerwehr Wiesbaden einen 120minütigen Vortrag über das Thema „LKW-Unfälle und Rettung von Personen aus Lastkraftwagen“.  Der Brandamtmann ging zu Beginn seiner Ausführung auf den Aufbau von Lastkraftwagen ein. Mehrmals unterstrich der Referent, dass alle Arbeiten der Feuerwehr an einem verunfallten LKW mit einer eingeklemmten Person wie z. B. das Abklemmen der Fahrzeugbatterie in Absprache mit dem anwesenden Rettungsdienst/Notarzt zu erfolgen haben. Insoweit ist das richtige Kommunizieren zwischen den Einsatzkräften von Rettungsdienst und Feuerwehr unabdingbar. Ebenso wurden die Anordnung der Tankanlage (Diesel und AdBlue) an einem LKW und die Unfall- und Verletzungsarten bei entsprechenden Unfällen angesprochen. Weiterhin legte der Referent großen Wert auf die Verkehrsabsicherung und die Ordnung der Einsatzstelle (Bereitstellung Rettungsdienst/Bereitstellung Feuerwehr/Schrottablage). Auch wurden die verschiedenen Arten der technischen Rettung aus einem Lastkraftwagen sowie die zu beachtenden Arbeitsschritte für die Feuerwehr wie Stabilisierung des Fahrerhauses, der Patientenschutz, die Möglichkeit einen Fahrzeugmotor abzustellen, das Batteriemanagement und die Patientenübergabe anschaulich erläutert.

Oberstleutnant Uwe Eberle vom Luftfahrtamt, Abteilung General Flugsicherheit in der Bundeswehr, berichtete wie die Hilfe und die Vorgehensweise bei Flugunfällen aussehen kann. Zu Beginn seiner Präsentation stellte der Referent die verschiedenen Arten der Flugdatenschreiber und Unterschiede im Aussehen vor. Nachfolgend wurden die vier Gefahrenbereiche (Physikalische/Chemische/Biologische/Psychologische) erörtert, welche an einer Luftfahrzeugunfallstelle vorkommen können. Bei Unfällen mit Luftfahrzeugen treffen die Einsatzkräfte der Feuerwehr immer auf Unfallstellen, bei denen Kohlefaserstoffe eine zunehmend größere Rolle spielen. Welche Gefahren von diesen Stoffen im Falle eines Brandes oder Unfalls ausgehen können, wurde deutlich beschrieben. Hier wurde insbesondere auf die persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz, Handschuhe, etc.) der Hilfskräfte hingewiesen. Abschließend wurden die Verhaltensregeln bei Unfällen mit Luftfahrzeugen beleuchtet.

Als letzten Redner durfte KBM Happ schließlich noch Rolf Heeg von der Feuerwehr Unterafferbach begrüßen. Als Abschlussthema referierte Heeg über die Hygiene bei der Einsatzstellenverpflegung. Hier wurde auf die Wichtigkeit der persönlichen Hygiene besonders vor der Einnahme von Getränken und Speisen aufmerksam gemacht.

Am Ende eines informativen Tages bedankte sich Kreisbrandrat Karl-Heinz Ostheimer bei Thilo Happ und seinem Team für die Vorbereitung, bei der Feuerwehr Kahl für die Bewirtung sowie bei der Gemeinde Kahl für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten und bei allen Teilnehmern der Winterschulung für ihr Kommen. Weiterhin wünschte er allen einen guten Nachhauseweg und ein schönes Restwochenende.

 

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13 Februar 2016, 16:47