Am Samstag, 14.04.2018 fand in der Festhalle in Kahl am Main die jährliche Fortbildungsveranstaltung für die Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Aschaffenburg statt. Rund 130 Führungskräfte aus dem Landkreis und der Stadt Aschaffenburg nahmen das Angebot des Kreisfeuerwehrverbandes Aschaffenburg an, sich in Fragen des Brand- und Katastrophenschutzes fortzubilden.

Der für die Aus- und Fortbildung zuständige Kreisbrandmeister Thilo Happ hatte wieder eine Reihe interessanter Fachvorträge für die Teilnehmer ausgesucht. Nach der Begrüßung durch Kreisbrandinspektor Otto Hofmann, sprach zunächst Kahls 1. Bürgermeister Jürgen Seitz ein Grußwort. Er ging dabei auf die aktuellen Stromausfälle anlässlich des Großbrandes in Stockstadt und die „Leuchtturmfunktion“ der Feuerwehren bei einem länger andauernden Stromausfall ein.

Stadtbrandinspektor Dieter Göpfert von der Feuerwehr Aschaffenburg stellte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg und dessen Aufgaben vor. In seinem Vortrag ging er auf die Gefahren beim Befahren von Wehranlagen mit Feuerwehrbooten ein und gab Informationen zum Schiffsverkehr und der Verkehrsbelastung auf dem Main. So befuhren laut Göpfert im vergangenen Jahr rund 16.000 Frachtschiffe die Bundeswasserstraße. Hinzu kamen noch 1.225 Fahrgastschiffe mit ca. 190.000 Passagieren.

Herr Ande von der Feuerwehr Erlangen berichtete im Anschluss über einen Unfall auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal eines mit 180 fremdsprachigen Passagieren besetzten Fahrgastschiffes und 2 Toten, die im Führerstand eingeklemmt waren.

Armin Lerch, Pressesprecher der Feuerwehr Stockstadt referierte eindrucksvoll über den Großbrand bei der Fa. Sand am Ostersonntag. Er zeigte detailliert das Einsatzgeschehen und den Brandverlauf auf, bei dem rund 650 Einsatzkräfte aus nahezu dem gesamten Landkreis Aschaffenburg und den umliegenden Gebietskörperschaften zum Einsatz kamen.

Dr. rer. nat. Dieter Mahsberg vom Biozentrum der Universität Würzburg hielt einen interessanten Vortrag über Reptilien und andere exotische Tierarten. Immer wieder werden die Feuerwehren zu Einsätzen mit derartigen Tieren gerufen. Er gab Tipps für die Feuerwehrleute wie man verschiedene Tierarten identifizieren kann.

Nach der Mittagspause berichtete der ehemalige Kreisbrandrat des Landkreises Aichach-Friedberg, Herr Ben Bockemühl über einen Tornado der Stufe 6, der am 13.05.2015 über den dortigen Landkreis hinweggezogen ist. Durch den Tornado wurden rund 280 Gebäude beschädigt und 11 Personen verletzt. Während des 6-tägigen Einsatzes, bei dem u.a. rund 4.500 Spontanhelfer und 350 Firmen eingesetzt wurden, gab es weitere 17 Verletzte. Herr Bockemühl gab zahlreiche Infos zur Organisation einer Einsatzleitung bei Großschadenslagen.

Danach referierte der Leiter der Feuerwehr Bad Mergentheim, Herr Andreas Geyer über die Vorgehensweise Silobrände und deren Gefahren. Er bestätigte nochmals, dass ein Silobrand am effektivsten unter Einsatz von Inertgas, ggf. in Verbindung mit Mittelschaum bekämpft werden kann und warnte vor überhastetem unüberlegten Vorgehen. Ggf. könnten auch Spezialisten der Fa. DMT hinzugezogen werden.

Zu guter Letzt stellte Polizeihauptkommissar André Karsten vom Polizeipräsidium Frankfurt die Arbeitsweise der Polizei Frankfurt und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Frankfurt im Social-Media-Bereich vor. Er erklärte den interessierten Zuhörern eindrucksvoll, was man im Social-Media machen kann, und was man tunlichst lassen sollte.

Zum Abschluss dankte KBM Thilo Happ den Teilnehmern für ihr Kommen, der Feuerwehr Kahl für die hervorragende Bewirtung und wünschte allen einen guten Nachhauseweg.

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