Am Mittwoch, 25.04.18 stand ein besonderes Thema auf dem Übungsplan der Landkreisfeuerwehren.

Angenommen wurde ein Brand von Kunststoffresten in einem Recyclingbetrieb in Goldbach. Aber dieses Mal galt es nicht, die richtige Einsatztaktik oder die neuesten Löschverfahren zu erproben, denn es gab weder Rauch noch Übungsfeuer zu sehen.

Vielmehr waren die Einheiten des Zuges „Messen und Warnen“ nach Goldbach gekommen, um wie bei größeren Einsätzen mit möglichen Gefahren für die Bevölkerung üblich, das Mess- und Warnkonzept drei Stunden lang praktisch zu üben.

Teilnehmer waren Trupps (je 3-4 Feuerwehrkräfte) aus 17 Feuerwehren, die mit je einem Fahrzeug verschiedene Aufgaben wahrnehmen sowie die Gerätewagen „Messtechnik“ und ein Fachberater für ABC-Gefahren.

Zunächst wird nach Ermittlung von Windrichtung, Windgeschwindigkeit und weiterer Wetterdaten das Ausbreitungsgebiet möglicher gesundheitsgefährdender Gase und Dämpfe festgelegt. Sowohl an der Schadenstelle als auch an verschiedenen Punkten dieses Gebietes werden dann an mehreren festgelegten Zeitpunkten durch alle Messtrupps gleichzeitig Schadstoffmessungen mit speziellen Geräten durchgeführt. An besonderen Objekten wie Schulen, Krankhäusern oder Seniorenwohnheimen wird gesondert gemessen. Die Messergebnisse werden dann per Funk an die Messzugleitung übermittelt, die daraufhin die nächsten Schritte festlegt.

Parallel zu den ersten Messungen wird frühzeitig eine erste großflächige Warnung an die Bevölkerung im betroffenen Gebiet ausgegeben. Diese Warnung wird dann abhängig von den Messergebnissen konkretisiert und nach Möglichkeit flächenmäßig eingegrenzt.

Manche Goldbacher staunten nicht schlecht, als plötzlich die Feuerwehrautos nicht mit Martinshorn, sondern mit Lautsprecherdurchsagen durch die Straßen fuhren. Denn mit sogenannten mobilen Sirenenanlagen (MobS) wird sowohl bei der Übung als auch im Ernstfall die Bevölkerung gewarnt. Darüber hinaus wird es im Ernstfall Radiodurchsagen geben, auf die am Mittwoch verzichtet wurde.

Der Übungsleiter, der Großostheimer Fach-Kreisbrandmeister für Gefahrgut Martin Hock zeigte sich zufrieden mit dem Übungsverlauf. Einzelne Kritikpunkte und Erkenntnisse wurden bei der Schlussbesprechung aufgenommen und fließen nun laufend in das Einsatzkonzept ein.

Martin Scheiner
Pressesprecher der Feuerwehr Goldbach

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