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Am gestrigen Samstag, 12.06.2021 haben 37 TeilnehmerInnen die Abschlussprüfung zur modularen Truppausbildung (MTA) mit Erfolg absolviert und damit die TruppführerInnen-Qualifikation erhalten. Nachdem coronabedingt die feuerwehrtechnischen Grundausbildungen seit Monaten nicht durchgeführt werden konnten, fand gestern auf der Feuerwache Großostheim erstmals wieder eine Abschlussprüfung zur MTA statt. Die Teilnehmer hatten zuvor schon die 108-stündige MTA-Grundausbildung sowie 5 eintägige Zusatzmodule besucht und mussten dann leider eine monatelange Zwangspause einlegen. Der Prüfungstag begann zunächst mit einer schriftlichen Prüfung. Danach hatten die Prüflinge ihr Praxiskönnen unter Beweis zu stellen und verschiedene Truppaufgaben zu lösen. So musste beispielsweise eine bewusstlose Person erstversorgt und patientenschonend auf eine Krankentrage gelagert werden. Das Ganze mündete schließlich in einer Gruppenübung bei der die Teilnehmer einen Löschangriff aufbauen mussten. Am Ende des Tages konnte der für die Ausbildung zuständige Kreisbrandmeister Thilo Happ im Beisein von Kreisbrandinspektor Otto Hofmann den 37 Prüflingen zur bestandenen Prüfung gratulieren und die Prüfungszeugnisse aushändigen. Die Teilnehmer kamen aus den Feuerwehren Alzenau, Großostheim, Johannesberg, Königshofen, Niedersteinbach, Schimborn, Schneppenbach und Wenigumstadt. Ein Dank geht an die Feuerwehr Großostheim, die Räumlichkeiten, Fahrzeuge und Geräte für die Prüfung zur Verfügung stellte sowie die Prüfer personell unterstützte.

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Mömbris/Daxberg – Donnerstagnachmittag (10.06.2021) gegen 17:15Uhr wurden die Feuerwehren aus Daxberg, Schimborn und Mömbris zu einem Brand in die Lilienstraße alarmiert. In einem Nebengebäude brannte ein Akku-Ladegerät und hatte eine Werkstatt massiv verraucht. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Sofort gingen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz mit Wärmebildkamera in den Brandraum vor und konnte den Schwelbrand schnell lokalisieren. Sie löschten die Glutnester und brachten das Brandgut ins Freie. Abschließend wurden die Räume durch einen dritten Trupp belüftet. Die Feuerwehr war mit insgesamt 41 Feuerwehrfrauen und -männern und sechs Fahrzeugen vor Ort. Einsatzleiter Kommandant Sebastian Kissner wurde durch Kreisbrandinspektor Frank Wissel unterstützt. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen vor Ort. Einsatzende war gegen 18:30Uhr.

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Digitale Tipps zur Brandschutzerziehung in Corona-Zeiten
Großes Interesse an Online-Kurzvortrag zu Organisation und Ausbildung

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Berlin – Von Schwaben bis in den Westerwald, von Potsdam bis an die See: Aus ganz Deutschland kamen die 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Online-Vortrags „Brandschutzerziehung und -aufklärung in Zeiten der Corona-Pandemie“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Referentin war Meike Maren Beinert, stellvertretende Vorsitzende des Gemeinsamen Ausschusses Brandschutzerziehung und -aufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb).
 
Beinert gab dem fachlich interessierten Publikum hilfreiche Tipps für Maßnahmen, die trotz der pandemiebedingten Einschränkungen möglich sind. Einiges davon, wie etwa die Ausbildung von Multiplikatoren oder die digitale Durchführung von Veranstaltungen, betraf auch die grundsätzliche Organisation der Brandschutzerziehung und -ausbildung durch die Feuerwehren vor Ort. Andere Hinweise waren speziell angepasst an die momentane Lage. So stieß der Tipp, vulnerable Bevölkerungsgruppen (unter anderem ältere Menschen) über auch in Lockdown und Kontaktbeschränkung vorhandene Kontakte (Pflegedienste, Menüservice, Sozialverbände) oder im Impfzentrum mit Informationen zu erreichen, auf großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der digitalen Fortbildung. „Man muss auch Kompromisse machen, um die Arbeit nicht nach einem Jahr fast kompletter Pause noch länger brachliegen zu lassen“, berichtete die Referentin aus ihrer eigenen Erfahrung.
 
Hilfreiche Links, Vorlagen für Materialien sowie die Beantwortung von Fragen, die über den Chat gestellt werden konnten, rundeten die digitale Fortbildung ab. Seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde gelobt, dass die Teilnahme kostenfrei und ohne Anreise möglich. Vielen ist jedoch auch der persönliche Austausch wichtig, so dass es große Vorfreude auf wieder analog stattfindende Veranstaltungen gab. Als Software war das Videokonferenzsystem „alfaview“ genutzt worden.
 
Aus dem Bereich der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung sind zwei weitere Online-Vorträge geplant:

  • Montag, 27. September 2021: „Der Leitfaden Brandschutzerziehung und Menschen mit Behinderungen“ (Karlheinz Ladwig)
  • Mittwoch, 13. Oktober 2021: „Betrieblicher Brandschutz“ (Ralf Höhmann)

Am 5. und 6. November findet das Forum Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung von DFV und vfdb als virtuelle Veranstaltung (kostenpflichtig) statt.
 
Informationen hierzu werden unter www.feuerwehrverband.de veröffentlicht.

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112 Newsletter vom 10. Juni 2021

auch heute darf ich an den Anfang dieses Corona-Newsletters die Datenlage stellen. Heute, Donnerstag, 10. Juni, 08:00 Uhr, verzeichnen wir für Bayern insgesamt 643.969 bestätigte Covid-19-Infektionen. Im Vergleich zum Mittwoch der letzten Woche, bis zu dem 640.253 Infektionen gezählt wurden, sind dies 3.716 mehr. Für den feiertagsbedingt ausnahmsweise auf acht Tage erweiterten Betrachtungszeitraum errechnet sich somit ein Tagesschnitt von 465 Neuinfektionen, nachdem dieser Wert in den Vorwochen bei 612, 820, 1.536, 1.867, 2.465, 3.212, 3.558, 3.560, 2.492, 2.664, 2.305, 1.888, 1.496, 1.320, 1.104, 1.093, 1.263, 1.646, 1.909, 2.366, 3.265, 3.143, 3.203, 3.912, 4.172, 3.638, 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652 bzw. 372 lag. Die dritte Welle ist weiterhin rapide auf dem Rückzug, aber nicht nur das: Einen derart niedrigen Wert hatten wir zuletzt vor 34 Wochen Mitte Oktober 2020 gesehen, also deutlich vor der zweiten Welle und ich bin zuversichtlich, dass wir uns in eine bereits letztes Jahr zu beobachtende „Corona- Sommer-Lage“ mit weiter sinkenden Infektionszahlen hineinbewegen, zumal bekanntlich dem Covid-19-Virus hohe Sommertemperaturen und die in dieser Jahreszeit deutlich erhöhte UV-Strahlung gar nicht behagen.

Diese positive Entwicklung bildet sich auch in den für Bund und Länder ermittelten 7-Tage-Inzidenzen ab. Für Bayern hat das RKI heute eine 7-Tage-Inzidenz von 22 ermittelt – nach 38, 41, 69, 107, 124, 161, 180, 178, 119, 142, 114, 96, 77, 68 und 58 an den vorangegangenen Vergleichstagen. Bundesweit steht heute ein Wert von 19 zu Buche, der sich aus einer flächendeckend sinkenden Infektionslage speist – von „26“ für Ba-Wü bis „5“ für Mek-Pom.

Die Reproduktionszahl R gibt an, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt. Der Parameter schwankte die letzten Tage zwischen 0,81 und 0,77 und deckt sich insoweit mit den sinkenden Infektionszahlen, als ein R-Wert unter 1 bedeutet, dass täglich mehr Menschen aus dem Infektionsgeschehen ausscheiden, als neu dazukommen. Je weiter dieser Wert unter die Nulllinie sinkt, umso besser.

Die Positivrate, also die Quote der auf die Gesamttestzahl bezogenen Fälle mit Corona-positivem Ergebnis, hat sich über die Woche erneut deutlich verbessert. Die Schwankungsbreite lag zwischen 1,2 und 1,8 Prozent (Vorw.: 1,4 und 3,1) bei einem 7-Tages-Mittel von nochmals verbesserten 1,53 (1,97). Die bundesweite Positivrate liegt nach wie vor deutlich höher bei jetzt 4,16 Prozent (5,82). Die Nachfrage nach PCR-Tests hat sich mit jetzt ca. 41.300 (Vorwoche: 47.200) im 7-Tage-Mittel deutlich abgeschwächt. Das hat sicherlich mit der am Montag in Kraft getretenen neuen Regelungslage nach der 13. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sowie den flächendeckend niedrigeren Inzidenzwerten zu tun, denn in Kombination beider Faktoren sind zahlreiche Nutzungsfelder wie etwa die Außengastro nun i.d.R. ohne negatives Testergebnis zugänglich. Auch wenn die Zahl der Test zurückgeht, ein tägliches Testgeschehen von über 40.000 liefert ein absolut aussagekräftiges Bild von der Lage.

Ich darf auf das Infektionsgeschehen in den bayerischen Regionen überschwenken und hierbei gleich schon zu Beginn der Ausführungen den schon letzte Woche festzustellenden Positivbefund bekräftigen. Der Rückgang der Neuinfektionen ist flächendeckend und erfasst weiterhin alle Regierungsbezirke. Jenseits der Marke von 100 findet sich aktuell keine einzige Gebietskörperschaft mehr und es sind auch nur noch fünf Landkreise bzw. kreisfreie Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz oberhalb der öffnungstechnisch besonders magischen Marke von 50. Mit dieser kämpfen derzeit noch die Stadt Schweinfurt (73) sowie die Landkreise Lindau i.B. (57), Donauwörth (55), Günzburg (55) und Ansbach (50kommaAwengla). Eine besonders erfreuliche Nachricht gibt es vom anderen Ende der Skala zu vermelden. Mit dem ehedem furchtbar gebeutelten Landkreis Tirschenreuth, der im Verlaufe der Pandemie die für einen eher bevölkerungsschwachen Landkreis sehr hohe Zahl von 265 Todesfällen zu beklagen hatte, haben wir seit Langem wieder eine Gebietskörperschaft mit einer 7-Tage-Inzidenz von 0. Das ist auch deutschlandweit der absolute Spitzenplatz, den sich die wackeren Oberpfälzer nur mit der mecklenburg-vorpommerischen Landeshauptstadt Schwerin teilen muss.

Riesenfortschritte zeigen sich glücklicherweise auch in den Kliniken, was ich an der wöchentlichen Faustformel aus der Gesamtzahl der hospitalisierten Corona-Patienten und denen auf „Intensiv“ erläutern darf. Galt letzte Woche noch „1.200 zu 370“, so gilt nun „850 zu 280“. Diese Entwicklung ist einfach nur schön! Und auch wenn jeder einzelne Sterbefall sehr tragisch und einer zu viel ist, so wird es auch an dieser Stelle besser, denn die Corona-Sterbefälle sind erneut deutlich gesunken. Mussten wir in den letzten Wochen regelmäßig zwischen 20 bis 40 neue Fälle verzeichnen, so waren es im Schnitt der letzten sieben Tage noch 11,3.

Das ist sicherlich auch eine Folge des – trotz aller Unkenrufe – deutlichen Impffortschrittes. Waren vor einer Woche in Bayern knapp 8,1 Mio. Impfdosen verabreicht, so sind es heute bereits knapp 9 Mio. Diese verteilen sich auf knapp 6 Mio. Erst- und gut 3 Mio. Zweitimpfungen. In Bayern haben damit 45,3 (Vorw. 43) Prozent der Bevölkerung die Erstimpfung und immerhin 23,9 (18,7) Prozent auch die abschließende Impfung erhalten. Diese Zahlen sind nicht nur im deutschlandweiten, sondern auch im internationalen Vergleich nicht so schlecht. So meldet etwa Österreich bei den Erstimpfungen eine Quote von knapp 45 und bei den Zweitimpfungen von gut 21 Prozent. Das ist gut, reicht aber noch nicht, denn die dauerhafte Lösung der Pandemiefrage liegt bei einer Impfquote von ca. 80 Prozent. Also dranbleiben!

Liebe Leserinnen und Leser, am vergangenen Montag 00:00 Uhr ist angesichts der grundlegend verbesserten Infektions- und Krankenhaussituation nicht nur die Neuausrichtung der Infektionsschutzmaßnahmen wirksam geworden, sondern auch die von mir auf einen entsprechenden Beschluss des Ministerrates hin verfügte Aufhebung der Feststellung des zweiten bayernweiten Katastrophenfalles Corona (KF-C-2). Damit ist ein wesentliches Kernelement der Unterstützung des originär für die Pandemiebekämpfung zuständigen öffentlichen Gesundheitsdienstes durch den insoweit externen Katastrophenschutz formal ausgelaufen.

Es war am 8. Dezember 2020, als ich in dieser Pandemie ein zweites Mal das Vorliegen eines bayernweiten Katastrophenfalles festzustellen hatte. Ich räume gerne ein, dass ich es mir am
16. Juni 2020 bei der Beendigung des ersten Katastrophenfalles Corona (KF-C-1) nicht hatte vorstellen können, nach dem bis dahin in der Geschichte Bayerns mit 93 Tagen längsten und dabei flächendeckend festgestellten Katastrophenfall überhaupt noch einmal zu diesem weitreichenden Instrument greifen zu müssen. Wie viele andere war auch ich hoffnungsfroh, die Sache werde sich nach der einen Welle über den Sommer hinweg erledigen. Bekanntlich kam es anders. Schon ab dem Spätherbst hatte sich das Auflaufen einer zweiten Welle angedeutet, die dann auch mit aller Macht kam. Spätestens zu Beginn der Adventzeit wurde aus der Sorge vor einer zweiten Welle Gewissheit, als alle Kernparameter – von den Neuinfektionen bis zu den Sterbefallzahlen – Tag um Tag neue Höchststände zeigten. Um Nikolaus führte an der Feststellung des Katastrophenfalles kein Weg mehr vorbei und zum Glück kam bald nach Neujahr der Umschwung, die Zahlen gingen wieder deutlich zurück, ehe sich dann um Ostern die dritte Welle aufbaute und alle Hoffnung zunichte machte, schnell aus dem zweiten Katastrophenfall Corona (KF-C-2) herauszukommen.

So gleichförmig diese wellenartigen Abläufe erscheinen, bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Welle nicht gleich Welle war und es dafür Gründe gibt. Im Unterschied zur zweiten Welle blieb die in diesen Tagen aktuell auslaufende dritte Welle trotz einer starken Dominanz der britischen Variante B.1.1.7, die im Vergleich zur Wildform deutlich ansteckender ist, bei den Neuinfektionen in punkto Dauer und Höchststände etwas zurück. Einen ähnlichen Effekt weisen die Graphen für die Auslastung der Intensivstationen aus. So hat die dritte Welle bei der Zahl der schwer an Covid-19 erkrankten Patientinnen und Patienten das Maß der ersten beiden Wellen gottlob nicht mehr erreicht, und das, obwohl die durchschnittliche Verweildauer „auf Intensiv“ nun deutlich länger war. Denn die in der dritten Welle hospitalisierten Patientinnen und Patienten waren nun im Vergleich deutlich jünger, damit körperlich widerstandsfähiger und letztlich mit besseren Überlebenschancen ausgestattet. Dass die Zahl der Intensivpatienten auch in dieser Phase nicht durch die Decke ging, war angesichts eines nach knapp eineinhalb Jahren Corona völlig ausgepowerten Klinikpersonals, vor dessen Leistung ich nur einmal mehr ganz tief den Hut ziehen kann, extrem wichtig.

Zudem hatte sich in der dritten Welle das Corona-bedingte Sterbefallgeschehen augenscheinlich vom Infektionsgeschehen entkoppelt. Denn im Unterschied zu den ersten beiden Wellen in Bayern sowie zur Situation in anderen EU-Staaten haben sich in der dritten Welle die enormen Steigerungen der Infektionszahlen nicht ansatzweise anteilig im Sterbegeschehen abgebildet. Die vormals gültige Formel „ca. 5 Prozent der Infizierten werden so schwer erkranken, dass sie sterben“ hatte glücklicherweise ihre Gültigkeit verloren, stattdessen zeigte sich der Kurvenverlauf deutlich flacher und zudem ohne größere Ausschläge.

Im Ergebnis sind wir somit auch durch die Wellen zwei und drei besser als erwartet gekommen. Die dafür erforderlichen Erfolge – insbesondere die rechtzeitige Brechung der zweiten Infektionswelle sowie das Abflachen der Infektions-, der Hospitalisierungs-, und der Sterbefallraten in der dritten Welle – gründen auf vielen Ursachen. Zu nennen sind hier sicher die teils mit schmerzlichen Grundrechtseingriffen verbundenen Infektionsschutzmaßnehmen, der medizinische Fortschritt im Umgang mit der vormals großen Unbekannten Covid-19, das mit jeder weiteren Welle gestiegene Bewusstsein der Bevölkerung um die drohenden Gefahren und einem damit einhergehenden konsequenter werdenden Gegensteuern durch Bundes- und Landesregierungen, aber speziell in Bayern eben auch die im Katastrophenfall deutlich einfacher gestaltete und insoweit optimierte Kooperation aller beteiligten Stellen.

Diese Einschätzung bezieht sich auf die örtlichen und regionalen Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) bei den Landratsämtern, den Verwaltungen der kreisfreien Städte, den Regierungen und auch hier im Innenministerium. Mit jedem Tag wurde deutlicher, wie enorm wichtig gerade in einer zeitlich wie räumlich über alle bekannten Dimensionen hinausgehenden und absehbar über Monate nicht enden wollenden Lage – für Insider wenig überraschend – die Lagearbeit ist. Denn wer nicht über ein vollständiges und nach einem regelbasierten Schema geordnetes und aktuelle Bild von der in allen Winkeln und Ecken Bayerns herrschenden Situation, aber auch der zur Verfügung stehenden Ressourcen und ihres stundenaktuellen Verbleibs verfügt, der kann nur mit der berühmten Stange im genauso berühmten Nebel stochern und hat im Grunde schon verloren. Relevante Lagefelder sind hierbei längst nicht nur die Infektions-, Hospitalisierungs- oder Sterbefallzahlen, sondern gleichermaßen Daten und Fakten zur Ausstattung mit Schutzausrüstung, zur Organisation entsprechender Lagerungen und Transporte, zur Einsatzbereitschaft von zu errichtenden und dann zu betreibenden Teststationen und Impfzentren, zur Etablierung von Lieferketten selbst für empfindlichste Güter wie tiefgefrorene Impfstoffe, zur Verfügbarkeit von Feuerwehren, Rettungsdiensten, die sog. „Helfenden Hände“ der Bundeswehr, in der Spitze waren dies bis zu 1.400 Soldatinnen und Soldaten, die entsprechend ihrer jeweiligen Qualifikation geholfen, getestet, gepflegt und geimpft haben, oder Daten zum famosen Logistikeinsatz des THW, das werktags wie feiertags zigtausende Palletten unterschiedlichster Güter stets termingerecht in die Fläche Bayerns zu den 96 Kreisverwaltungsbehörden und sieben Bezirksregierungen ausgeliefert hat. Wenn es von der vor Ort getroffenen Feststellung „München, wir haben ein Problem“ bis zur Umsetzung der Gegenmaßnahmen nicht wie am Schnürchen klappt, dann werden Testzentren deutlich später in Betrieb gehen, Hotspots zunächst unerkannt bleiben und die Lage sich weiter verschärfen. Gleiches gilt für die Impfzentren. Jeder Tag hat gezählt und ohne das Zusammenwirken aller hätten wir – im Unterschied zu vielen Ländern – nicht noch im Dezember 2020 die ersten Impfdosen verabreichen können. Das Contact Tracing wäre ohne das nötige Unterstützungspersonal bloß auf dem Papier gestanden oder suboptimal eingeteilt gewesen. Mobile Impfteams hätten nicht sofort in besonders gefährdeten Seniorenheimen tätig werden können, wäre der Impfstoffmangel nicht im Rahmen des Möglichen bestmöglich verwaltet worden und wäre die Logistik nicht optimal auf die lagedefinierte Bedarfssituation abgestimmt gewesen. Das alles aber zu tun war der Schlüssel zum Erfolg.

Damit Sie mich nicht falsch verstehen. Ich will damit keinesfalls sagen, dass allein mit der Feststellung des Katastrophenfalles und dem „Auf-den-Plan-treten“ der Katastrophenschutzbehörden, der einschlägigen Organisationen sowie der Polizei der Erfolg in der Seuchenbekämpfung gekommen wäre. Nein, dieser verbindet sich ganz maßgeblich mit anderen Beteiligten, allen voran den Kliniken, dem öffentlichen Gesundheitsdienst einschließlich Gesundheitsministerium und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, und weiteren Ministerien, um nur einige zu nennen, zumal Katastrophenschützer weder Virologen noch Epidemiologen oder Fachärzte für öffentliche Gesundheit sind.

Was ich aber sehr wohl für den Katastrophenschutz und seine handelnden Personen in Anspruch nehme, sind zwei besonders erfolgskritische Fähigkeiten. Zum einen hat der Katastrophenschutz die örtlichen, regionalen und landesweiten und dabei erprobten Plattformen geboten, auf denen sich alle jeweils relevanten Akteure über eigentlich bestehende Behörden-, Organisations- und Verantwortungsgrenzen hinweg verzahnen konnten. Hier wurde sich regelmäßig ebenenübergreifend und vertrauensvoll ausgetauscht, beraten und abgestimmt. Gerade in den besonders heiklen Phasen hat man den herausragenden Wert dieser Standardisierung der Strukturen und Abläufe und der sich daraus entwickelnden stabilen Routinen förmlich mit Händen greifen können. Denn jede Sparte hat erfahren, nicht allein dazustehen, sondern Knotenpunkt eines zusehends enger werdenden Netzwerkes zu sein, in dem jeder für den anderen mitdenkt und nötigenfalls auch mal über den von ausgefeilten Erlasslagen geworfenen Schatten springt, um der völlig überlasteten benachbarten Organisation unter die Arme zu greifen. Insgesamt war es auch nicht von Schaden, dass gelegentlich Auffassungsunterschiede zu Tage getreten und bisweilen auch aufeinandergeprallt sind. Denn im konstruktiven Streit entstehen oft nicht nur die besten, weil am stärksten durchdachten Lösungen, es werden auch das Miteinander und die Bereitschaft, sich in die Rolle des anderen zu versetzten besonders intensiv geschult. Das wiederum schafft Vertrauen.

Zum Zweiten ist nicht zu unterschätzen, dass mit den „Blaulichtern“ die Nachschub- und Durchhaltefähigkeit ressourcenstarker Organisationen, vor allem aber die enorme Einsatzerfahrung und das große Improvisationsgeschick von Männern und Frauen in das System der Pandemiebekämpfung gekommen sind, die sich schon vielfach in nervenaufreibenden Einsatzlagen der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr bewähren mussten.

Beide spezifischen Beiträge des Katastrophenschutzes haben alle Ebenen der Pandemiebekämpfung gestärkt, von den Gesundheitsämtern an der Basis bis hinauf zur Staatsregierung, und so die für erfolgreiches Arbeiten und Entscheiden erforderliche Ruhe geschaffen. Selbst abrupte Änderungen der Infektionslage oder der politischen Auftragslage wurden in diesen Kreisen nicht als grundstürzende und Verzweiflung auslösende Schicksalsschläge, sondern als zwar nicht gesuchte, aber gleichwohl ab sofort anzugehende Zusatzaufgaben verstanden. Von dieser Mentalität und der mentalen Stärke habe ich mir nicht nur während der 36 von mir geleiteten Sitzungen der FüGK Bayern ein beeindruckendes Bild machen können, darüber haben mir auch immer wieder Kabinettskolleginnen und -kollegen, kommunale Mandatsträger und Vertreter verschiedener Organisationen berichtet. Deshalb lautet mein Zwischenfazit: Die im Katastrophenfall aktivierten Menschen, Behörden und Organisationen haben ihren Auftrag vollumfänglich erfüllt, denn sie haben dem in der Pandemiebekämpfung originär zuständigen öffentlichen Gesundheitsdienst die Rahmenbedingungen geschaffen, die ihm erst eine erfolgreiche Erledigung seiner Aufgaben ermöglicht haben.

Profiteure dieses monatelangen besonderen Einsatzes sind aber auch die Behörden, Organisationen und Stellen des Katastrophenschutzes selbst. Denn sie haben einmal mehr das Bild vom „lernenden und an den Aufgaben wachsenden“ Katastrophenschutz eindrucksvoll bestätigt. Die Digitalisierung der Einsatzbewältigung hat in Geschwindigkeit und Umfang Fortschritte gemacht, wie dies ohne die Feststellung des Katastrophenfalls wohl kaum möglich gewesen wäre. Noch weit wichtiger erscheint mir aber, dass über den Tag hinaus vielfältigste Kontakte und das angesammelte enorme Erfahrungswissen derer bleibt, bei denen sich in diesen 180 Tagen alles um die Welt der FüGKen und die Bewältigung des KF-C-2 gedreht hat. Sie mögen sich gelegentlich wie Akteure in einem mittelmäßigen Katastrophenroman vorgekommen sein. Denn immer, wenn man geglaubt hat, es vor die Lage geschafft zu haben, dann kam unter Garantie wieder eine völlig neuartige Herausforderung und manchmal auch eine pandemische Hiobsbotschaft von gefährlicheren Mutationen, neuen Hotspots und unsicheren Entwicklungen um die Ecke. Wer aus den Katastrophenschutzstrukturen hatte sich jemals mit dem konzeptionellen und tatsächlichen Aufbau von Testzentren befasst? Wer mit den besonderen logistischen und sicherheitsspezifischen Herausforderungen des Transports, der Lagerung und vor allem der Ultratiefkühlung hoch sensibler Impfstoffe? Wer hatte schon jemals bei der Einrichtung von Impfzentren geholfen? Niemand. Jetzt ist allen klar, wir können nötigenfalls auch das und können mithelfen, das Unmögliche möglich zu machen. Derlei Erfahrungen stärken das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und erweitern den von Waldbrand, Hochwasser oder großen Schadenereignissen definierten Blick.

Wie enorm wertgeschätzt die in der Pandemie gezeigten Leistungen des Katastrophenschutzes an anderer Stelle sind, wurde auch deutlich, als die Beendigung des Katastrophenfalles publik wurde. Da haben mich zahlreiche Nachfragen erreicht, ob das denn nun bedeute, dass ab sofort jegliche Unterstützung des öffentlichen Gesundheitsdienstes durch die „Innenschiene“ obsolet werde. Nein. Ähnlich wie nach dem Ende des KF-C-1 am 16. Juni 2020 sind zwar die örtlichen und regionalen Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) bei den Landratsämtern, den Verwaltungen der kreisfreien Städte, den Regierungen und auch hier im Innenministerium nun nicht mehr aufgerufen. Aber natürlich bestehen innerhalb der jeweiligen Allgemeinen Aufbauorganisation bei den Sachgebieten für den Katastrophenschutz die entsprechenden Kontaktpunkte fort, sodass die Meldewege und damit der Informationsfluss von der Basis zu den Führungsstellen und umgekehrt uneingeschränkt gewährleistet bleiben. Im Bedarfsfall könnten die FüGKen umgehend wieder hochgefahren werden. Und auch ohne den formal festgestellten Katastrophenfall bleiben diverse Logistik- und Unterstützungsstrukturen im Rahmen der Amtshilfe in Betrieb. Dies gilt für die bayerischen Feuerwehren und Rettungsorganisationen ebenso wie für Organisationen des Bundes. Mit Blick auf diesen sind hier nicht nur die Logistikexperten des THW zu nennen, sondern auch die sog. „Helfenden Hände“ der Bundeswehr. Gerade letztere drängt zunehmend und nachvollziehbar darauf, ihre Kräfte aus der deutlich entspannten Lage zurückzuziehen. Deshalb kann ich den Landkreisen und Städten, die schon seit Monaten und immer noch von der Unterstützung der Bundeswehr profitieren, nur raten, sich zeitnah mit dem Gedanken vertraut zu machen, die verbliebenen Pandemie-Aufgaben mit eigenen Kräften zu stemmen.

So bleibt mir als Katastrophenschutzminister nur zweierlei. Zum einen die Wiederholung dessen, was ich zum Ende des KF-C-1 gesagt habe. Ich danke von Herzen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ministerien und Katastrophenschutzbehörden, des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Bayerischen Polizei, den freiwilligen und hauptamtlichen Kräften der Feuerwehren sowie der Hilfsorganisationen – des BRK, des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter Unfall Hilfe, des Arbeiter Samariter Bundes, der DLRG sowie den privaten Rettungsdienstunternehmen, den Berufs- und Reservesoldatinnen und -soldaten der Bundeswehr, den Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei und den Angehörigen von zahlreichen anderen Behörden und Organisationen, die alle aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde und die mit ihren Stärken, Fähigkeiten, Erfahrungen und Innovationspotentialen mitgeholfen haben, diese beispiellos langwierige und komplexe Lage zu bewältigen. Ich bin sehr stolz auf Sie alle und dankbar für das stets kameradschaftliche Miteinander!

Zum anderen darf ich der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass im Herbst kein KF-C-3 nötig werden möge. Zwar wird die indische Variante auch an Deutschland nicht spurlos vorübergehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass rechtzeitig ausreichend viele Menschen geimpft sein werden, um die Kraft der Pandemie entscheidend zu brechen.

Das Team ist der Star!

Mit besten Grüßen
Ihr


Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister

Wir haben wieder geöffnet!

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Gästehaus und Restaurant St. Florian hat nach über einem halben Jahr wieder geöffnet.
Nach einer kurzen "Testphase" sind am letzten Samstag die ersten Gäste angereist.

Inzwischen dürfen bis zu 10 Personen aus bis zu 10 Haushalten an einem Tisch sitzen, so dass wir wieder mehr Gäste aufnehmen können. Bitte beachten Sie unsere freien Zimmer, hier können Sie alle in nächster Zeit verfügbaren Zimmer einsehen.

Unser Hygienekonzept bietet einen Überblick über alle noch geltenden Corona-Regeln.

Wir würden uns freuen Sie bald wieder in Bayerisch Gmain willkommen zu heißen.

Walter Nöhrig
Geschäftsführer
und das gesamte Team des Gästehaus und Restaurant St. Florian

Wir bieten im Spätherbst ein ONLINE-Seminar zum Thema „E-Mobilität und die Feuerwehr“ in zwei Teil an.


Die beiden Teile bauen aufeinander auf und zusammengehören. Ein Teilnehmer muss an beiden Teilen teilnehmen.

Teil 1 30.11.2021 18 bis 21 Uhr

Teil 2 07.12.2021 18 bis 21 Uhr

Im Teil 1 werden die Gefahrenpotenziale von E-Fahrzeugen aufgezeigt und die Einsatzkräfte auf ein gefahrenbewusstes und sicheres Vorgehen an verunfallten E-Fahrzeugen sensibilisiert. Den Einsatzkräften wird ein Überblick zu den unterschiedlichen E-Fahrzeugtypen im Straßenverkehr vermittelt. Dabei werden auch die jeweiligen Hochvoltarchitekturen thematisiert und die Identifikationsmerkmale besprochen. Im großen Kapitel "Herangehensweise an verunfallte E-Fahrzeuge" wird auf die Herausforderungen der Einsatztaktik eingegangen, wobei u.a. die Themen Rettung, Brandbekämpfung, Alternative Löschmethoden und Dekontamination ausführlich behandelt werden. Des Weiteren setzen wir uns mit den Vor- und Nachteilen von verschiedenen neuen Produkten auseinander, was Ihnen als Entscheidungshilfe für bevorstehende Beschaffungen dient.


Der Teil 2 ist ein sehr umfangreicher Praxisteil mit neun Fallbeispielen von verunfallten E-Fahrzeugen und vermittelt den Einsatzkräften wie in Abhängigkeit von der Art der E-Fahrzeugverunfallung, gefahrenbewusst und einsatztaktisch vorzugehen ist. Von Fall zu Fall werden die Anforderungen an die Einsatzkräfte steigen wie beispielsweise die Gefahrenlage einzuschätzen ist, welche PSA gewählt werden sollte bis hin zur Brandbekämpfung und dem Abtransport der Fahrzeuge. Abgerundet wird Teil II durch eine detaillierte Unfallstory. Die Unfallstory lehnt sich an die Feuerwehrdienstvorschrift 3 (Einsatztaktische Maßnahmen) an, bindet die Einsatzkräfte permanent interaktiv ein und dient dazu alle gelehrten Inhalte aus Teil I und II zu resümieren und zu festigen.

Die Seminarkosten betragen je Teilnehmer 60 €.

Die Zielgruppe sind alle Einsatzkräfte mit MTA- oder TM-Ausbildung.

Das ONLINE-Seminar kann ab Freitag, den 11.06.21, 8:00 Uhr auf der Buchungsplattform auf unserer Homepage gebucht werden.

Heftige Starkregenschauer beschäftigten am Samstag (05.06.2021) ab 15:00 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg. An zahlreichen Orten des Kreisgebietes waren durch das Unwetter Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. Der Druck des Wassers war stellenweise so groß, dass es die schweren Kanaldeckel aus der Straße herausdrückte. Um den Wassermassen Herr zu werden, verbauten die eingesetzten Feuerwehren unzählige Sandsäcke. Weiterhin hielten einige Bäume dem Regen nicht stand und fielen um. Die Feuerwehr beseitigte die umgestürzten Bäume und machte die Verkehrswege wieder frei. Der Einsatzschwerpunkt lag im Inspektionsbezirk 3 (Altlandkreis Alzenau).

Allein im Marktgebiet Mömbris wurden bislang rund 50 Einsätze abgearbeitet. In der Spitze waren dort 115 Feuerwehrleute im Einsatz. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch Kreisbrandinspektor Frank Wissel, Kreisbrandmeister Norbert Ries und Kreisbrandmeister Markus Rohmann.

Aufgrund der extremen Häufung von Einsätzen musste die Feuerwehr ihre Einsätze nach Dringlichkeit priorisieren.

Die DGUV hat eine Handreichung zum Methodeneinsatz in Online-Veranstaltungen erstellt. „Die Digitalisierung von Veranstaltungen hat durch die Corona-Pandemie einen enormen Schub bekommen. Digitale Webkonferenz- und Webinar-Systeme haben sich für Online-Veranstaltungen etabliert. Tools für das virtuelle Netzwerken und die kollaborative Zusammenarbeit sind hinzugekommen. Diese kompakte Broschüre enthält Anregungen und Tipps für die methodische Gestaltung von Online-Veranstaltungen, Online-Arbeitsgruppentreffen oder Online-Workshops.“

Download: https://publikationen.dguv.de/forschung/iag/weitere-informationen/4144/methodeneinsatz-in-online-veranstaltungen

Ein kurzes, heftiges Gewitter mit Starkregen, welches am Freitagnachmittag (04.06.2021) gegen 15:30 Uhr über den Landkreis Aschaffenburg hinweg zog, hat für eine Vielzahl an Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehren in Mainaschaff und Kleinostheim gesorgt. Durch das Unwetter sind Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. Aufgrund von Verstopfungen durch Unrat konnten die Kanaleinläufe in mehreren Straßen die Wassermassen nicht mehr abführen und mussten gereinigt werden. Auf der Zufahrtsstraße zum Sportzentrum „Am Eller“ in Mainaschaff ist durch den Starkregen ein Hang abgerutscht. Hier reinigten die Feuerwehr und der Bauhof der Gemeinde Mainaschaff gemeinsam die Fahrbahn.

Aktuell arbeiten die Feuerwehren mehr als 20 Unwettereinsätze ab. Allein in Mainaschaff wurden bislang 15 Einsätze gemeldet.

In der Hochzeit waren rund 50 freiwillige Kräfte der Feuerwehren im Einsatz.

Aufgrund der extremen Häufung von Einsätzen musste die Feuerwehr ihre Einsätze nach Dringlichkeit priorisieren. Es wird erwartet, dass die Abarbeitung der Einsätze bis in die Abendstunden andauern wird.

MFF Unwetter

Einladung zu einem Tagesseminar "Taktische Ventilation/Einsatz von Belüftungsgeräten"

Termin: Samstag, 18.09.2021

Ort: Gerätehaus der FF Kahl

Beginn: 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Kosten: 150 Euro pro Teilnehmer inkl. Verpflegung

Maximale Teilnehmerzahl: 25

Ansprechpartner KBI Frank Wissel

Referent: Torsten Bodensiek von der Werkfeuerwehr VW in Hannover

Ablauf:

Rauch - Sensibilisierung der Einsatzkräfte, Erkennen/Beurteilen von Rauch
Taktische Ventilation - Einsatzgrundsätze
Strömungstechnologien, Anschaffungskriterien von Lüfern
Besprechung von Einsatzbeispielen
Sehr viele praktische Ausbildungen mit verschieden Lüftern

Anmeldungen zu dem Seminar können ab dem 08.06.2021 um 10 Uhr auf dem Buchungsportal auf unserer Homepage erfolgen. 

Der Staatsminister des Innern, für Sport und Integration hat das Ende der am 9. Dezember 2020 festgestellten Katastrophe im Freistaat Bayern gemäß Art. 4 Abs. 1 Satz 1 Bayerisches Katastrophenschutzgesetz (BayKSG) mit Ablauf des 6. Juni 2021 festgestellt.

Ab dem 7. Juni 2021 werden die Feuerwehren bei der weiteren Pandemiebekämpfung nicht mehr im Rahmen ihrer Katastrophenhilfspflicht tätig sondern sie leisten auf Anfordernung der zuständigen Behörden als öffentliche Einrichtungen der Gemeinden nach dem Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetz (BayVwVfG) Amtshilfe.

Einladung zu zwei Tagesseminaren "Patientengerechte technische Unfallrettung aus Pkw"

Termine:

17.07.2021
24.07.2021

Beginn: jeweils 9.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

Teilnehmerzahl: max. 25 pro Seminar

Ort. Feuerwehrgerätehaus Kleinostheim

Kosten: 120 Euro pro Teilnehmer - inkl. Verpflegung

Ansprechpartner: KBI Frank Wissel

Das Seminar richtet sich an alle Feuerwehren - besonders auch an "kleinere" Feuerwehren, die nicht so oft mit hydraulischen Rettungssätzen arbeiten.

Die beiden Tagesausbildungen werden vom KFV Aschaffenburg in Zusammenarbeit mit der Firma Weber Rescue durchgeführt. Es werden viele praktische Ausbildungen an mehreren Unfallfahrzeugen durch die Ausbilder der Firma Weber Rescue durchgeführt.

Anmeldungen zu den beiden Seminaren sind auf dem Buchungsportal auf unserer Homepage ab dem 08.06.2021 um 10 Uhr möglich.

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­Neue Fachempfehlung zur Konzeption von Hubrettungsfahrzeugen

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Unabhängige und anwenderorientierte Information über Ausstattungsmöglichkeiten

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Hubrettungsfahrzeuge, zu denen vor allem Drehleitern zählen, sind technisch hoch komplex und deshalb kostenintensive Feuerwehrfahrzeuge. Sie sind nur in relativ geringen Stückzahlen vorhanden und werden nur in größeren Zeitabständen ersetzt. Nur wenige Feuerwehren verfügen daher über Personal mit entsprechender Erfahrung bei der Beschaffung. Hinzu kommt, dass noch ein komplexes Normungssystem berücksichtigt werden muss. Der Fachausschuss Technik der deutschen Feuerwehren als gemeinsames fachliches Gremium des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund) hat daher nun die „Fachempfehlung zur Konzeption von Hubrettungsfahrzeugen“ erstellt.
 
„Die neue Fachempfehlung soll eine Feuerwehr, die nach meistens mehr als 20 Jahren ihre Drehleiter ersatzbeschaffen soll, unabhängig und anwenderorientiert über Sinn und Nutzen der Ausstattungsmöglichkeiten informieren“, berichtet Daniel Roskos-Himbert, saarländischer Vertreter im Fachausschuss Technik und Technikchef der Feuerwehr Saarbrücken. Er ist der Verfasser des 33-seitigen Dokuments.
 
„Die Fachempfehlung soll auch als Argumentationshilfe gegenüber Politik und Verwaltung dienen und die Vorgänge auch für Feuerwehr-Laien transparent machen“, erläutert Ausschussvorsitzender Christian Schwarze. Im Fachausschuss Technik der deutschen Feuerwehren arbeiten Experten aus ganz Deutschland mit, die bereits verschiedenste Drehleitern und andere Hubrettungsfahrzeuge beschafft haben. Diese Erfahrung ist in die Ausarbeitung eingeflossen.
 
„Die neue Veröffentlichung ist eine optimale Ergänzung zur Fachempfehlung ,Ausschreibung und Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen‘ aus dem Jahr 2017, die mittlerweile in zahllosen Feuerwehren Anwendung gefunden hat“, lobt DFV-Vizepräsident Lars Oschmann. „Die speziellen Anforderungen bei Hubrettungsfahrzeugen finden hier angemessene Berücksichtigung“, so Oschmann. Die Fachempfehlung ist eine Ergänzung und Erläuterung zur entsprechenden Drehleiter-Norm DIN EN 14043.
 
Die einzelnen Positionen einer Ausschreibung werden, aufgeteilt in die Kategorien Fahrgestell, Aufbau, Leiterpark und Beladung, hinsichtlich des Zwecks, ihrer Notwendigkeit und der damit einhergehenden Konsequenzen (technischer Art, Auswirkungen auf die Masse, Auswirkungen auf die Kosten) ausführlich beleuchtet und entsprechend eingeordnet.
 
Die Fachempfehlung zur Konzeption von Hubrettungsfahrzeugen steht unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/publikationen/fachempfehlungen/ zum Herunterladen zur Verfügung. 

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20210602 Zug Messen Fortbildung 2

Immer dann, wenn große Industrieanlagen brennen oder Gefahrstoffe austreten, sind sie gefordert. Der Zug Messen.
Am gestrigen Mittwoch (02.06.2021) fand dazu eine online Fortbildung der beteiligten Einheiten statt. Die beiden Fachberater Dr. Martin Hajduk (Goldbach) und Mario Schönfeldt (Waldaschaff) gingen dabei zunächst auf die Erstmaßnahmen im ABC-Einsatz ein. Hier dürfte insbesondere die GAMS-Regel jedem bekannt sein. Auch erläuterten sie die Aufgaben des Zuges nach dem ABC-Konzept des Landkreises Aschaffenburg. Anschließend ging es um die Gefahrstoffbestimmung, die zum Beispiel mittels der UN-Nummern erfolgen kann. 20210602 Zug Messen FortbildungSollte dies nicht möglich sein, kann man durch Probennahme und Messen eine grobe Bestimmung der „gängigsten“ Gefahrstoffe erhalten. Dazu gibt es zum Beispiel ein Set aus Prüfröhrchen. Außerdem verfügt der Zug über diverse Messgeräte, mit denen insbesondere die Ausbreitung des Gefahrstoffes festgestellt werden kann. Hier gilt es auch über die entsprechenden Grenzwerte Bescheid zu wissen. Selbstverständlich sollten die beteiligten Einheiten auch über die nötige Kartenkunde verfügen, um den Messungen den korrekten Standort zuzuordnen. Herzlicher Dank ergeht an die beiden Ausbilder und an alle Teilnehmer:innen der Fortbildung.

20210602 Zug Messen Fortbildung 3

Für den Landkreis Aschaffenburg hat die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nun den Schwellenwert von 35 an fünf aufeinander folgenden Tagen unterschritten. Damit tritt ab Freitag, 4. Juni bis auf weiteres die folgende Änderung bei den Kontaktbeschränkungen ein:

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen zweier weiterer Hausstände, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt zehn Personen nicht überschritten wird. Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. Zusammenkünfte, die ausschließlich zwischen den Angehörigen desselben Hausstands, ausschließlich zwischen Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partnern oder ausschließlich in Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts stattfinden, bleiben unberührt.

Diese Regelung gilt so lange, bis das Landratsamt Aschaffenburg eine neue Bekanntmachung veröffentlicht.

Im Übrigen bleiben die in der Bekanntmachung vom 27. Mai 2021 bekannt gemachten Regelungen bei Unterschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sowie die übrigen Bestimmungen der 12. BayIfSMV und der Allgemeinverfügungen des Landratsamtes Aschaffenburg unberührt.

Hinweis: Die genannten Kontaktbeschränkungen finden auf geimpfte und genesene Personen keine Anwendung. Diese Personen bleiben bei der Ermittlung der Zahl der Teilnehmer*innen unberücksichtigt.

112 Newsletter vom 2. Juni 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

wie üblich starte ich auch heute mit der Daten- und Faktenlage, dies allerdings feiertagsbedingt mit einem verkürzten Betrachtungszeitraum. Heute, Mittwoch, 2. Juni, 08:00 Uhr, verzeichnen wir für Bayern insgesamt 640.253 bestätigte Covid-19-Infektionen. Im Vergleich zum Donnerstag der letzten Woche, bis zu dem 636.321 Infektionen gezählt wurden, sind dies 3.671 mehr. Für die zurückliegenden sechs Tage errechnet sich somit ein Tagesschnitt von 612 Neuinfektionen, nachdem dieser Wert in den Vorwochen bei 820, 1.536, 1.867, 2.465, 3.212, 3.558, 3.560, 2.492, 2.664, 2.305, 1.888, 1.496, 1.320, 1.104, 1.093, 1.263, 1.646, 1.909, 2.366, 3.265, 3.143, 3.203, 3.912, 4.172, 3.638, 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652 bzw. 372 lag. Auch wenn die heutigen Tageszahlen erstmals seit Langem im Wochenvergleich wieder leicht gestiegen sind, so stimmt der Gesamttrend sehr zuversichtlich. Die dritte Welle ist auf dem Rückzug. Das belegt auch das Bundeslagebild. Dieses wies in den zurückliegenden sechs Tagen im Tagesdurchschnitt 4.223 und damit um weitere knapp 400 Neuinfektionen weniger aus als der Vergleichswert der Vorwoche.

Diese positive Entwicklung spiegelt sich in den für Bund und Länder ermittelten 7-Tage-Inzidenzen. Im Ländervergleich liegt Bayern heute auf Platz 7 (6) des Negativrankings mit einem Wert von 38 – nach 41, 69, 107, 124, 161, 180, 178, 119, 142, 114, 96, 77, 68 und 58 an den vorangegangenen Vergleichstagen – und befindet sich damit nur einen Punkt über dem rechnerischen Bundesdurchschnitt der Inzidenzwerte. Die positive Lage ist weiterhin von einer breiten Entwicklung getragen. Am besten stehen derzeit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit einer 7-Tage-Inzidenz von 18 da. Am anderen Ende der Skala finden sich weiterhin mit allerdings jeweils stark verbesserten Werten Baden-Württemberg mit 45, Hessen mit 46 und Thüringen mit 47. Insgesamt fällt auf, dass das Feld unter dem Eindruck stark sinkender Infektionszahlen erheblich enger zusammenrückt.

Die Reproduktionszahl R gibt an, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt. Der Parameter schwankte die letzten Tage zwischen 0,91 und heute 0,66. Damit sind täglich deutlich mehr Menschen aus dem Infektionsgeschehen ausgeschieden, als neu dazukommen. Auch das ist eine wohltuend gute Entwicklung.

Die Positivrate, also die Quote der auf die Gesamttestzahl bezogenen Fälle mit Corona-positivem Ergebnis, schwankte in Bayern in den zurückliegenden Tagen im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert zwischen 1,4 und 3,1 Prozent (Vorwoche: 1,7 und 3,1) bei einem 7-Tages-Mittel von bombastischen 1,97 (2,41). Die bundesweite Positivrate liegt nach wie vor deutlich höher bei jetzt nochmals deutlich verbesserten 5,82 Prozent (8,26). Die Nachfrage nach PCR-Tests hat sich mit 47.200 im 7-Tage-Mittel wieder auf das Niveau vor Pfingsten eingepegelt, die 22.000 PCR-Tests pro Tag letzte Woche waren offenbar feiertagsbedingt.

Ich darf auf das Infektionsgeschehen in den bayerischen Regionen überschwenken. Was im Großen für ganz Deutschland gilt, trifft auch für Bayern zu: Der Rückgang der Neuinfektionen ist flächendeckend und erfasst weiterhin alle Regierungsbezirke. Jenseits der Marke von 100 finden sich heute nur ein Landkreis und eine kreisfreie Stadt. Es sind dies der Landkreis Günzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 122 sowie die Stadt Schweinfurt mit 118. Alle anderen 94 Gebietskörperschaften verzeichnen Werte unterhalb der vom Infektionsschutzgesetz des Bundes gezogenen „roten Linie“, oberhalb der umfassende Einschränkungen des öffentlichen Lebens greifen. Die große Mehrheit von 72 (Vorwoche 69) Landkreisen und kreisfreien Städten unterschreiten sogar die Schwelle von 50 und haben in der Mehrzahl bereits weitergehende Lockerungen wie etwa den Verzicht auf einen Test beim Zugang zu Wirtsgärten und anderen Freischankflächen erlassen können. Am besten stehen heute der Landkreis Starnberg und die Städte Hof und Weiden da, letztere mit einem Wert von 4,7.

Immer besser sieht es zudem in den bayerischen Kliniken aus. Lautete hier letzte Woche die ohnehin stark verbesserte Faustformel, „ca. 1.500 Corona-Patienten liegen in der Klinik und davon ca. 460 auf „Intensiv“, so gilt heute „1.200 zu 370“. So soll es gerne weitergehen!

Gleiches gilt für die Zahlen Corona-verknüpfter Sterbefälle, denn diese zeigen sich diese Woche erheblich niedriger. Lagen diese in den letzten Wochen bei täglich 20 bis 40, so sind es diese Woche 15 bis 20 und addieren sich bayernweit mittlerweile auf 14.963.

Das ist sicherlich auch eine Folge des Impffortschrittes. Nach den Zahlen von heute haben wir die Marke von 8 Mio. Impfungen überschritten. Diese verteilen sich auf etwa 5,6 Mio. Erst- und
ca. 2,4 Mio. Zweitimpfungen. In Bayern haben damit knapp 43 (Vorwoche 41,4) Prozent der Bevölkerung die Erstimpfung und immerhin 18,7 (15,5) Prozent auch die abschließende Impfung erhalten. Gerade bei den Zweitimpfungen ist der Fortschritt signifikant und auch die Erstimpfungen sind – anders als zunächst wegen der Impfstoffknappheit gemutmaßt – keineswegs völlig zum Erliegen gekommen. Derzeit konzentrieren sich die kommunalen Impfzentren auf Zweitimpfungen, Erstimpfungen verabreichen nahezu ausschließlich niedergelassene Ärzte. Dieses „duale System“ hat sich als stabil erwiesen, es geht eben nur „Hand in Hand“ und nicht „entweder oder“. Und ohne Lob und Anerkennung für unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte schmälern zu wollen, gilt dennoch festzuhalten: Von den über. 8 Mio. Impfungen haben etwa 5,6 Mio. die kommunalen Impfzentren verabreicht.

Liebe Leserinnen und Leser, ein gutes Beispiel, wie in der Corona-Pandemie die europäische mit der mitgliedsstaatlichen Ebene zusammenspielt, bietet der sog. digitale EU-Impfpass. Dieser ist eine digitale Anwendung, über die insbesondere verabreichte Corona-Impfungen, aber auch der Status als genesene oder getestete Person fälschungssicher nachgewiesen werden sollen. Der Nachweis soll idealerweise auf dem Smartphone der betreffenden Person verfügbar sein, da dieses die meisten Menschen stets mit sich führen, die erforderlichen Daten also jederzeit verfügbar „am Mann bzw. an der Frau“ sind und etwa bei Einlasskontrollen einfach vorgezeigt und elektronisch abgeglichen werden können. Da das System in allen 27 Mitgliedstaaten der EU bis spätestens Ende Juni eingeführt sein soll, wird der digitale Impfpass von zentraler Bedeutung dafür sein, in welchem Umfang in diesem Sommer innereuropäische Urlaubsreisen möglich werden. Denn auch wenn die Infektionszahlen derzeit EU-weit stark sinken, so ist doch nicht zu erwarten, dass die einzelnen Staaten ein völlig kontroll- oder auflagenfreies (Ein-)Reisen zulassen oder etwa in der Gastronomie und anderen touristischen Angeboten auf jegliche Beschränkung verzichten werden. Insbesondere werden Test- und Quarantänepflichten aufrechterhalten werden. Um diese vor Ort als Gesunder ohne größere Umstände zu überwinden, dürfte der digitale Impfpass letztlich schon deshalb für alle negativ Getesteten, Genesenen oder doppelt Geimpften zum Matchmaker werden, weil er über seine eigentliche „Beweisfunktion“ hinaus auch über alle eventuell vorhandenen Sprachbarrieren der beteiligten Personen in Sekundenschnelle hinweg hilft. Ich gebe Ihnen ein fiktives Beispiel. Braucht es beim Kreta-Urlaub etwa für den Zugang zur Taverna „Σειρήνα“ einen aktuellen negativen Corona-Test, dann muss Kai-Uwe aus Bottrop nicht mehr radebrechend anhand eines in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch abgefassten und mittlerweile angesichts vieler Hände, durch die das Dokument bereits gegangen ist, arg zerknitterten Papier-Zertifikates des Impfzentrums Gelsenkirchen oder eines abgegriffenen WHO-Impfpasses mit Wirt Costas verhandeln, ob dessen Taverne dem namensgebenden „Sirenengesang“ folgend betreten werden darf. Das alles soll dann ganz automatisch der digitale Impfpass erledigen und insoweit die Ampel auf „Grün“ stellen, der auch deshalb und nicht nur wegen der grün gestalteten elektronischen Oberfläche „grüner Pass“ genannt wird. Die erste Kernbotschaft lautet also: Die Mitgliedsstaaten haben sich auf Vorschlag der EU-Kommission auf einen technischen Standard sowie einen einheitlichen Datenumfang geeinigt, sodass vollständige Interoperabilität entsteht.

Die zweite Kernbotschaft lautet „europäische Standards, aber einzelstaatliche Umsetzung und Verantwortlichkeit“ für den nachzuweisenden Status als getestet/geimpft/genesen. Das zeigt sich deutlich bei der Beschreibung des praktischen Weges zum digitalen Impfpass, sobald die Impf-App zur Verfügung stehen wird. Bei der Impfung wird der Impfarzt über eine spezielle Zertifizierungsapp beim nationalen Zertifikatsserver einen QR-Code sowie eine individuelle Kennung des dazugehörigen Sicherheitsschlüssels anfordern. Hierzu wird jeder EU-Mitgliedsstaat einen Zertifikatsserver betreiben, einen EU-Zentral-Zertifikatsserver wird es nicht geben. Das aus QR-Code und Schlüssel technisch gebildete Zertifikat enthält als Grunddaten Name, Geburtsdatum, Datum der Zertifikatsausgabe sowie Daten zu den Impfungen wie insbesondere die Bezeichnung der verwendeten Impfstoffe. Zertifiziert werden können neben den von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassenen Impfstoffen auch weitere, allein national zugelassene Seren wie etwa der in Ungarn im Einsatz befindliche russische Sputnik V, den allerdings die anderen EU-Staaten auch nicht aufgrund des digitalen Impfpasses gleichsam über die Hintertüre akzeptieren müssten. Das Datum der Impfung(en) ist insbesondere bei der Bestimmung des Termins relevant, zudem eine Impfung ein Testerfordernis ersetzt. Auch hier gibt es nationale Unterschiede. In Österreich geht man bereits vom Vorliegen einer hinreichenden Schutzwirkung drei Wochen nach der Erstimpfung aus, in Deutschland 14 Tage nach der letzten erforderlichen Impfung, bei den meisten Vakzinen also nach der Zweitimpfung (nur bei Johnson&Johnson genügt ein Pieks). Neben einer Impfung kann die digitale Impf-App auch eine bestätigte Genesung oder ein Testergebnis erfassen und nachweisen.

Wer sich bei der Thematik nicht nur um den Schutz seiner Gesundheit, sondern auch seiner personenbezogenen Daten sorgt, der sei beruhigt. Auf besagtem nationalen Zertifikatsserver werden keine persönlichen Daten gespeichert, dieser produziert allein das Zertifikat. Im Grunde muss man sich das so wie beim Online-Shopping vorstellen, wenn zur Autorisierung einer Zahlung eine eTAN angefordert und sogleich via SMS aufs Smartphone gespielt wird.

Das Zertifikat wird sodann mittels einer Wallet-App (Wallet engl. Brieftasche) auf dem Smartphone des Geimpften/Genesenen/Getesteten gespeichert. Wer kein Smartphone besitzt, der kann sich den QR-Code auch ausdrucken, dann analog versuchen, an Costas vorbeizukommen und hat dann ggf. wieder das Problem des derangierten Papiers.

Apropos Costas: Der führt in unserem fiktiven Beispiel die Zugangskontrolle idealerweise wie folgt durch: Als erstes lässt er sich vom hoffnungsfrohen Gast ein gültiges Identifikationsdokument wie den Reisepass oder den „Perso“ vorzeigen, um zu wissen, mit wem er es zu tun hat. Sodann wird der auf dem Smarthone des Gastes gespeicherte QR-Code mittels eines Lesegerätes eingescannt, das sich der geschäftstüchtige Wirt zwischenzeitlich beschafft hat. Dieses zeigt die o.g. Personaldaten an und erlaubt so den Identitätscheck, ob es tatsächlich der Berechtigte selbst ist, der Einlass begehrt. Nicht dass ein „Leihgerät“ zum identitäts- und statustäuschenden Einsatz kommt. Parallel prüft eine App des Lesegerätes, ob der QR-Code des Impfnachweises echt oder doch vielleicht selbstgebastelt ist. Denn im QR-Code sind wie bei einem Geldschein spezifische Sicherheitsmerkmale eingearbeitet, die nur über den Zertifizierungsschlüssel generiert werden können. Diese werden in Echtzeit an den nationalen Zertifikatsserver geschickt, der sofort rückkoppelt, ob der vorgezeigte QR-Code den technischen Spezifikationen nebst Sicherheitsmerkmalen genügt. Und schon steht dem Genuss einer herrlichen Fischplatte und eines Glaserls griechischen Weines nichts mehr im Wege! Dass derlei Köstlichkeiten spätestens mit der Version 7.0 gleich über den digitalen Impfpass bestellt werden können, dafür gibt es derzeit weder auf EU- noch auch mitgliedsstaatlicher Ebene Pläne.

Wie gesagt: so klingt die Zukunft. Aktuell bereiten die einzelstaatlichen Gesundheitsbehörden, in Deutschland das RKI, die erforderlichen Softwarelösungen vor und testen sie in mehreren Pilotversuchen. Bundesweit sind daran mehrere Dutzend Impfzentren beteiligt, so etwa das im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Eine erhebliche Herausforderung wird noch darin bestehen, die Stand heute bundesweit bereits verabreichten ca. 8 Millionen Erst- und Zweitimpfungen nachzuerfassen. Ich hoffe sehr, dass die beteiligten, durchweg sehr namhaften Softwarehäuser das alles schnell, gut und stabil laufend hinbekommen. Denn natürlich wäre bei den potentiellen Nutzern der Frust groß, liefe es nach dem alte EDV-Sponti-Spruch: „Was haben Bananen und Software gemeinsam? Beide reifen erst beim Kunden!“.

Liebe Leserinnen und Leser, das ist die 50. Ausgabe meines Corona-Wochennewsletters. Ich hoffe, Sie fühlen sich wieder gut informiert und vielleicht sogar ein bisschen unterhalten. Auch wenn der Newsletter für mich längst ganz selbstverständlich zum Wochenablauf gehört, so hoffe ich doch, dass es nicht auch nur annähernd so viele sein werden, ehe wir sagen können „Auftrag ausgeführt, die Corona-Pandemie ist Geschichte!“ Wir sind auf einem sehr guten Weg und bereits am Freitag wird der Ministerrat über weitere mögliche Lockerungen beraten. Über die Ergebnisse werde ich Sie in der 51. Ausgabe unterrichten. Dass wir in Richtung Normalität gehen, mag man auch daran sehen, dass gestern das RKI die Corona-Gefahrenlage für Deutschland von „sehr hoch“ auf „hoch“ heruntergestuft hat. Und selbst die WHO hat offenbar wieder Zeit, sich besonderes tiefschürfende Gedanken zu machen. So werden Covid-19-Virusvarianten künftig nicht mehr nach dem Staat ihres erstmaligen Nachweises benannt, sondern mit Buchstaben des griechischen Alphabets. So wird aus der britischen Variante B.1.1.7. ab sofort „Alpha“, aus der südafrikanischen Variante B.1.351 wird „Beta“ und aus der jüngsten, der indischen Variante B.1.617.1 wird „Kappa“. Begründung: Die Nennung einzelner Staaten im Kontext von Mutationen könnte die Menschen in den jeweiligen Staaten stigmatisieren. Aha. Da kann ich nur hoffen, dass Costas und all seine griechischen Landsleute die neuen Bezeichnungen mit stoischer Gelassenheit hinnehmen und sich nicht stigmatisiert fühlen. Sie müssten eigentlich damit umgehen können, zumal das Wort Stigma griechischen Ursprungs ist und sie Kummer gewöhnt sind. Aber wer weiß?

Ich wünsche Ihnen für morgen einen schönen und erholsamen Feiertag und nutzen Sie diesen trotz aller Erleichterungen gern auch für einen Ausflug abseits der touristischen Hotspots, denn die Pandemie ist auf dem Rückzug, aber noch nicht vorbei!

Wir lassen uns weder ein X für ein U, noch ein Δ für ein Ω vormachen!

Mit besten Grüßen
Ihr


Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister