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Die 6. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wurde zum 18.09.2020 erneut geändert.

Die aktuelle Ausgabe mit Stand 18.09.2020 kann hier heruntergeladen werden:

6._BayIfSMV_Stand_18.09.2020.pdf

Die 6. BayIfSMV ändert sich schon zum 19.09.2020 wieder. Die dann aktuelle Version wird ebenfalls ab morgen hier veröffentlicht.

112 Newsletter vom 17. September 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie jede Woche möchte ich auch heute an den Anfang dieses Newsletters eine Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern stellen. Heute, Donnerstag, 17. September 2020, Stand 08:00 Uhr, verzeichnen wir 63.618 bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 60.986). Das sind im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche 2.632 (nach 2.745 die Woche davor) mehr. Dies bedeutet einen rechnerischen Tagesschnitt von rund 376 Neuinfektionen. Die Vergleichswerte für die vier vorangegangenen Wochen lagen bei 392, 273, 312 bzw. 245.

Auch mit den Zahlen weisen die jüngsten Werte der Zahlenreihe leider über das in den zurückliegenden Wochen entstandene statistische Plateau von ca. 300 Neuinfektionen pro Tag hinaus, es deutet sich aber eine neue Plateaubildung knapp unter 400 Neuinfektionen pro Tag an. Nach allem, was wir aus den Regionen gemeldet bekommen, sind es weiterhin vor allem die aus Südosteuropa heimkommenden Reiserückkehrer, die das Geschehen deutlich beeinflussen. Allerdings geht deren Bedeutung für das Gesamtgeschehen zurück. Waren es letzte Woche noch etwa acht von zehn Neuinfizierten, die aus dem Ausland zurückkamen, so sind es jetzt knapp fünf. Stattdessen mehren sich in Bezug auf Infektionen innerhalb Bayerns die Zeichen, dass vor allem Feiern im familiären Umfeld, größere Zusammenkünfte sowie Privatveranstaltungen verstärkt als Treiber des Infektionsgeschehens wirken.

In Anbetracht der aktuellen Zahlen hege ich zwar weiter die Hoffnung, dass es sich bei dem Peak von letzter Woche im Wesentlichen um einen saisonal bedingten Effekt handeln könnte, der vor allem auf der Reiserückkehrerthematik und der Inbetriebnahme der regionalen Testzentren fußt. Aber man darf sich nichts vormachen: Die Lage kann sich schnell zuspitzen, wie der Blick in unsere Nachbarländer zeigt. Österreich, Tschechien und Frankreich verzeichnen eine deutliche Zunahme der Infektionszahlen und einzelne Regionen dort gelten mittlerweile sogar als Risikogebiete.

Für die Gesamtbeurteilung der Lage ist nicht zuletzt auch die Entwicklung der Positivrate wichtig. Sie setzt die Zahl der positiven Tests ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Tests und gibt insoweit unabhängig von der absoluten Zahl der erkannten Neuinfektionen einen Hinweis darauf, wie sich die Lage strukturell entwickelt. Diesbezüglich gibt es momentan zum Glück keine Verschärfung der Lage zu vermelden. Auch in der vergangenen Woche waren im Schnitt 1,1 Prozent aller Tests positiv. Das entspricht den August- und frühen Septemberwerten, liegt aber freilich deutlich höher als im Juni, als die Quote der positiven Befunde aller an einem Tag untersuchten Proben zwischen 0,3 und 0,7 Prozent lag.

Wie Sie wissen sind für meine Einschätzung zur Corona-Situation seit jeher die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“ von erheblicher Bedeutung. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 2.645 Personen verstorben, das sind im Vergleich zur Vorwoche drei Sterbefälle mehr. Auch wenn jeder einzelne Fall einer zu viel ist, so bleibt doch festzuhalten, dass Gott sei Dank die Fallzahlen auf einem extrem niedrigen Niveau verharren.

Ein leicht eingetrübtes Bild muss ich dagegen für die Situation in den Kliniken konstatieren. Stand heute befinden sich in Bayern 166 Patienten wegen Corona in stationärer Behandlung (Vorwoche 121, Woche davor 106). Von diesen liegen 51 auf einer Intensivstation, von denen wiederum 47 (28) künstlich beatmet werden. Das Gesundheitssystem ist also weiterhin meilenweit davon entfernt, von einem Massenanfall schwer COVID-19-erkrankter Patienten überrollt zu werden. Aber: Auch wenn die absoluten Zahlen weiterhin niedrig sind, so deutet sich doch in den letzten drei Wochen an, dass die vormals über Wochen stabile Seitwärtsbewegung zu Ende geht und von einem aktuell flach verlaufenden Anstieg abgelöst wird. Dies gilt sowohl für die Zahl der Hospitalisierungen als auch der intensivpflegepflichtigen Patientinnen und Patienten.

Die auf den Tag abstellende Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich heute entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auf R=0,89 (nach R=0,99 in der Vorwoche). Der auf einen Betrachtungszeitraum von sieben Tagen abstellende „geglättete R-Wert“ beläuft sich auf R=0,97 nach R=1,05 in der Vorwoche. Beide Werte pendeln weiterhin um die entscheidende Marke von 1,0. Damit sind in dieser Woche statistisch gesehen in etwa so viele Menschen genesen, wie sich neu mit Corona infizieren.

Die bayernweiten Zahlen sind also über die verschiedenen Kategorien hinweg etwas diffus. Mal gleichbleibend, wie die Wochendurchschnittszahl der Neuinfektionen, der R-Wert oder die Positivrate, mal tendenziell nach oben weisend wie die Hospitalisierungen. Umso interessanter ist der regional fokussierte Blick auf die Hotspot-Lage.

Den höchsten Einzelwert verzeichnet aktuell die kreisfreie Stadt Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 66,47. Zur Erinnerung: Demnach haben sich, statistisch bezogen auf 100.000 Einwohner, in den letzten sieben Tagen in Würzburg 66,47 Personen neu mit Corona infiziert.

Die nächstniedrigeren Werte wurden insbesondere als Folge des Auftretens der in der Presse etwas reißerisch so bezeichneten sog. „amerikanischen Superspreaderin“ für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen (56,52), die oberfränkische Bierstadt Kulmbach (52,89) und die Stadt Kaufbeuren (52,40) gemeldet. In der Stadt im Allgäu ist das Hochschnellen der 7-Tage-Inzidenz im Wesentlichen auf das Infektionsgeschehen in einem Alten- und Pflegeheim zurückzuführen und insoweit gut kontrollierbar.

Im Vergleich zu letzter Woche haben wir damit nicht mehr nur eine, sondern vier Gebietskörperschaften mit einer Inzidenzrate jenseits der „roten Linie“ von 50. Das ist keine gute Nachricht und bedingt, dass vor Ort jeweils auf die konkrete Situation abstellende Eindämmungsmaßnahmen zu ergreifen sind. Diese beziehen sich in Kaufbeuren zu aller erst auf die Isolierung des besonders betroffenen Heimes, an den anderen Orten mit diffusem Infektionsgeschehen geht es vor allem um Quarantäne für Reiserückkehrer und Kontaktbeschränkungen an neuralgischen öffentlichen Plätzen.

In diesem Zusammenhang erfährt aktuell die auf Platz fünf der Inzidenzrangliste stehende Landeshauptstadt München eine besondere Aufmerksamkeit, nachdem sich die 7-Tage-Inzidenz seit zwei Wochen hartnäckig um die Vorwarnstufe 35 bewegt und heute bei 47,64 liegt. Vor diesem Hintergrund hat die Landeshauptstadt München heute die erst gestern erteilte Zusage wieder zurückgenommen, dass der Deutsche Fußballmeister FC Bayern München morgen Abend sein Saisonauftaktspiel in der Allianz-Arena vor 7.500 Zuschauern austragen darf. Nunmehr kann damit dieses Spiel nur als sog. „Geisterspiel“ stattfinden.

Aber natürlich gilt in München das Augenmerk der Verantwortlichen auch einem halben Dutzend anderer neuralgischer Punkte wie etwa dem Gärtnerplatz, wo erfahrungsgemäß viele junge Menschen an den Wochenenden, vor allem abends und nachts, dicht gedrängt Party machen. Die Stadt hat hierauf in der Vergangenheit mit zeitlich befristeten Alkoholverkaufs- und -konsumverboten reagiert und wird dies aller Voraussicht nach auch weiter tun. Hierfür hat sie meine volle Unterstützung.

Und man wundert sich immer wieder, auf was die Leute alles kommen. Nach den ursprünglichen Plänen wäre das abgesagte Oktoberfest eigentlich am Samstag eröffnet worden. Unter Hinweis auf diesen Termin wurde nun in sozialen Netzwerken zur „Virtuellen Wiesn-Eröffnung“ aufgerufen. Die Menschen mögen, am besten ausgestattet mit Bier, Brotzeit und Bierbänken, zur Münchner Theresienwiese kommen und dort, wo üblicherweise „ihr“ Zelt steht, die Plätze einnehmen. Die Idee klingt ja im ersten Moment kreativ und pfiffig. Sie verkennt aber völlig das Infektionsrisiko. Die Landeshauptstadt wird mit geeigneten Maßnahmen, insbesondere mit temporären Alkoholkonsumverboten für eine geordnete Situation sorgen und auch die Polizei ist vorbereitet, die infektionsschutzrechtlichen Vorschriften durchzusetzen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und an die Vernunft der Menschen appellieren, sich nicht unnötig in Infektionsgefahren zu begeben. Eine „Virtuelle Wiesn-Eröffnung“ ist definitiv unnötig.

Insgesamt gesehen breitet sich das Infektionsgeschehen in der Fläche Bayerns weiter aus und verstärkt sich leicht. Die Masse der kreisfreien Städte und Landkreise bewegt sich bei der 7-Tage-Inzidenz in einer Größenordnung zwischen 10 und 30 – bei leicht steigender Tendenz. Ohne positiv Getestete sind in den letzten sieben Tagen lediglich der Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim sowie die Stadt Schwabach geblieben.

Unter dem Strich kann ich also Folgendes festhalten: Wir dürfen weiter von einer sich in der Tendenz anspannenden, aber insgesamt noch stabilen Infektionslage ausgehen. Aber mehr denn je gilt: Der Druck im Kessel steigt tendenziell eher an, als dass er sinkt. Deshalb ist weiterhin höchste Vorsicht geboten und wir müssen wirklich auf der Hut sein, dass die Situation sich nicht zuspitzt.

Themenwechsel: Letzte Woche hatte ich Sie an dieser Stelle über die aktuelle Beschlusslage des Ministerrates zur Durchführung sportlicher Wettbewerbe mit Zuschauern in den sog. Kontaktsportarten im Amateurbereich informiert. Heute nun geht es um die Zulassung von Zuschauern in den deutschen Profiligen bzw. Pokalwettbewerben, also insbesondere der Deutschen Fußballliga, die u.a. die 1. Fußball-Bundesliga veranstaltet, sowie die Mitgliederverbände der Interessengemeinschaft Teamsport (IGT).

Ein zentrales Interesse dieser Verbände und Ligen war seit Langem, von den sog. „Geisterspielen“ weg zu kommen und zu den Spielen wieder Zuschauer in den Stadien und Hallen begrüßen zu können. Dem stand aber das infektions- und gesundheitsschutzschutzspezifische Erfordernis entgegen, größere Menschenansammlungen zu vermeiden, über die das Virus eine starke Verbreitung finden kann. Die bisher erreichten Erfolge bei der Pandemiebekämpfung und die durchweg positiven Erfahrungen in Bezug auf die Verlässlichkeit der Vereine und Verbände bei der Einhaltung der bisher geltenden Regularien haben die Voraussetzungen geschaffen, um nun diesen bedeutenden Schritt der Öffnung im Sport zu gehen.

Freilich gilt auch hier, dass die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist. Deshalb erfolgt die Zulassung von Zuschauern in einer Art Probebetrieb, der zunächst bis zum Ende Oktober angelegt ist. Dann wird wiederum auf bundespolitischer Ebene zu entscheiden sein, wie es weitergeht. Und wie volatil sich die Situation darstellt, illustriert das bereits erwähnte Beispiel des Eröffnungsspiels zur Fußballbundesliga eindrücklich.

Weil es bei den hier in Rede stehenden Profi-Ligabetrieben um bundesweit ausgetragene Wettbewerbe mit im Vergleich zu den Amateurligen ungleich größeren Zuschauerzahlen geht, mit denen dann natürlich auch ein potentiell größeres Infektionsrisiko einhergehen kann, hatten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten die Chefs der Staats- und Senatskanzleien (CdS) beauftragt, eine bundesweit einheitliche Linie abzustecken. Die politische Einigung hierzu war am Dienstag dieser Woche zu Stande gekommen. Die entsprechende Änderung der 6. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird das Gesundheitsministerium spätestens am morgigen Freitag im Bayerischen Ministerialamtsblatt veröffentlichen.

Die Kerninhalte der neuen Regelungen darf ich Ihnen schon jetzt kurz skizzieren. Von zentraler Bedeutung ist zunächst eine Legaldefinition, die festlegt, welche Spiele durch die von den CdS so bezeichneten „bundesweiten Sportveranstaltungen“ begrifflich umfasst sind. Das sind sämtliche Ligen und Wettbewerbe, an denen Sportlerinnen/Sportler bzw. Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen können, wie Bundesligen, nationale Pokalwettbewerbe, europäische Vereinswettbewerbe und Wettkämpfe der Nationalmannschaften.

Im Mittelpunkt des Interesses der veranstaltenden Vereine, der Spieler, der Zuschauer und natürlich auch der breiten Öffentlichkeit steht die Frage, wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen. Zwar ergeben sich aus der Einigung der CdS zahlenmäßig bestimmte Eckwerte, die von einer Zahl von 1.000 Zuschauern ausgehen, oberhalb derer eine Belegung mit max. 20 Prozent der jeweiligen Stadien- oder Hallenkapazität empfohlen ist. Nach dem Verlauf der Verhandlungen der CdS sind beide Größenordnungen nicht kumulativ, sondern alternativ zu verstehen. Das bedeutet nicht etwa 1000 plus 20 Prozent der Stadionkapazität, sondern 1.000 Personen oder 20 Prozent der Stadionkapazität. Daraus resultiert letztlich eine Privilegierung kleinerer Stadien mit einem Fassungsvermögen bis zu 5000 Zuschauern, denn für diese greift primär die 1.000er Grenze und diese ist insoweit günstiger als die 20-Prozent-Regel.

Freilich bilden die genannten Grenzwerte den maximalen Rahmen. Was im konkreten Einzelfall tatsächlich möglich ist, hängt letztlich von den örtlichen Gegebenheiten und den daraus resultierenden Möglichkeiten ab, weitere zentrale Anforderungen zu erfüllen. Diese können stadion-, personen- oder lagebezogen sein.

So ist im Stadion bzw. in der Halle grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Zuschauern einzuhalten. Dies betrifft nicht nur den Abstand zwischen den Sitz- oder Stehplätzen, sondern z. B. auch die entzerrende Steuerung der zu- oder abströmenden Zuschauer, den Sanitärbereich oder eine eventuell vorhandene „Stadiongastronomie“. Diesbezüglich müssen sich die Vereine vertiefte Gedanken machen, die dann ihren Niederschlag in dem verpflichtend auszuarbeitenden Schutz- und Hygienekonzept finden. Ist es also insbesondere aus baulichen Gründen nicht möglich, diesen Anforderungen zu genügen, dann wird dies zu einer Reduzierung der zulässigen Zuschauerzahl führen. Ich kann nur allen Verantwortlichen raten, den Kontakt zur örtlich zuständigen Gesundheitsbehörde zu suchen und sich mit dieser abzustimmen.

Personenbezogen besteht für die Zuschauer Maskenpflicht, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden. Es werden ausschließlich personalisierte Eintrittskarten verkauft, d.h. der Veranstalter kennt alle Zuschauer mit Namen, Adresse und Erreichbarkeit. Denn ohne diese Daten wäre eine Rückverfolgbarkeit möglicher Infektionsketten nicht zu gewährleisten.

Mit Blick auf die jeweils aktuelle Infektionslage wird die Verordnung auf die vom RKI festgestellte 7-Tage-Inzidenz für diejenige kreisfreie Stadt oder den Landkreis Bezug nehmen, auf deren bzw. dessen Gebiet die Spielstätte liegt. Wird der Wert von 35 überschritten, kann die zuständige Kreisverwaltungsbehörde anordnen, dass zum Spiel weniger als grundsätzlich zulässig oder gar keine Zuschauer zugelassen werden.

Im Interesse der Sportlerinnen und Sportler, der Vereine und Veranstalter und vor allem der vielen Sportfans hoffe ich sehr, dass der Probebetrieb gelingt und wir in allen tangierten Ligen möglichst viele reibungslos durchgeführte Spiele erleben werden.

Schließen möchte ich auch heute mit der Freude und dem Ärger der Woche. Letzterer bezieht sich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Versammlungen, die vergangenes Wochenende in München gegen die von der Staatsregierung ergriffenen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie stattgefunden haben. Ich wiederhole mich gebetsmühlenartig: Ich kritisiere ausdrücklich nicht die Wahrnehmung des Demonstrationsgrundrechts. Dieses wahrzunehmen und seine Meinung öffentlich kundzutun, und sei diese auch noch so skurril, verbürgt das Grundgesetz. Dieses zu wahren ist als Verfassungsminister mein höchster Anspruch.

Was mich aber nervt ist der Umstand, dass zahlreiche Versammlungsteilnehmer – wie ich höre auch schon auf der Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln – bewusst das behördlich verfügte und von den Gerichten ausdrücklich bestätigte Gebot zum Tragen von Mund- und Nasenbedeckungen ignoriert und so vorsätzlich erhebliche Ordnungswidrigkeiten begangen haben. Das ist eine Missachtung rechtsstaatlich einwandfreier Auflagen und eine bewusste Inkaufnahme gravierender gesundheitlicher Risiken, denen zahllose Menschen ausgesetzt sind. Solchermaßen verantwortungsloses Verhalten gefährdet nicht nur die Versammlungsteilnehmer selbst, sondern auch Passanten und die polizeilichen Einsatzkräfte. Deshalb hatte die Einsatzleitung keine andere Wahl, als den Aufzug nach knapp einem halben Kilometer Wegstrecke anzuhalten und die Einhaltung der Auflagen nachdrücklich einzufordern. Nachdem die Versammlungsteilnehmer den polizeilichen Anordnungen offenkundig keine Folge leisten wollten und der Aufzug etwa eineinhalb Stunden verharrt hatte, brach der Versammlungsleiter den Aufzug ab und kam so einer polizeilichen Auflösung der Versammlung zuvor.

Meine Freude der Woche bezieht sich darauf, dass die von zahlreichen Einsatzkräften aus ganz Bayern unterstützte Münchner Polizei die Ausübung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit und den ebenfalls von Verfassungs wegen verbürgten Schutz der Gesundheit gleichermaßen gewährleisten konnte. Das polizeiliche Einsatzkonzept war absolut angemessen und ist voll aufgegangen. Ich danke der Einsatzleitung und allen eingesetzten Beamtinnen und Beamten für ihr ausgesprochen umsichtiges Agieren.

Probieren geht über Studieren!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister

BFH-Info v. 17.09.2020

Urlaub in Bayern - Urlaub dahoam!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in Zeiten in denen uns das Coronavirus das Leben schwer macht, ist Urlaub wichtig und möglich.

Das Gästehaus und Restaurant St. Florian hat dafür ein Hygienekonzept zusammengestellt, damit sich alle Gäste sicher bewegen und erholen können.

Wie in ganz Bayern vorgeschrieben, tragen auch unsere Gäste, sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Mund-Nase-Bedeckung in allen öffentlichen Bereichen.

Unser Motto lautet: "wer geht und steht trägt Maske".

Selbstverständlich informieren wir Sie gerne über die verschiedenen Hygienekonzepte der Ausflugsziele in unserer Umgebung und dem nahegelegenen Salzburger Land.

An der Rezeption werden Sie von unseren Mitarbeiterinnen empfangen und bereits hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen für Ihren Aufenthalt.

Das Frühstücksbuffet wird als Bedienbuffet angeboten. Sie gehen also an das Buffet und sagen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche Speisen Sie zum Frühstück haben wollen. Das Abendessen wird an Ihren Tisch serviert.

Unser Hallenschwimmbad ist von 7:30 bis 19:00 Uhr geöffnet. Auch Sauna und Fitnessraum stehen den Gästen zur Verfügung.

Um die Hygieneregeln und den Mindestabstand einhalten zu können, werden die Zugänge zu Hallenbad und Sauna zwar beschränkt, aber die Maximalbelegung wird nur sehr selten erreicht.

Ab sofort bieten wir auch eine Stromladesäule für Elektroautos an. Wir sind damit der erste Anbieter in Bayerisch Gmain und freuen uns auf die ersten Gäste, die diesen Service nutzen.

Seit dem 05.09.20 gelten unsere neuen Preise.

In den nächsten Wochen gibt es noch freie Zimmer. Einem Urlaub im Berchtesgadener Land und insbesondere im Gästehaus und Restaurant St. Florian steht also nichts im Wege. Wir freuen uns auf Sie!

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

"Halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund".

Walter Nöhrig im Namen das gesamte Teams des Gästehaus und Restaurant

   

   

Das Landratsamt weist darauf hin, dass Terminvereinbarungen für die Corona-Teststrecken neben der bereits bekannten Telefonnummer 06021/394-889 auch per E-Mail möglich sind.

Besonders vormittags sind die Telefone der Koordinationsstelle für die Corona-Teststrecken regelmäßig stark frequentiert. In der Folge kann es für Anrufer zu längeren Wartezeiten kommen.


Das Landratsamt weist darauf hin, dass auch die Möglichkeit besteht, die Anmeldung per E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vorzunehmen.

In der E-Mail können neben den notwendigen Angaben (Name, Adresse, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse und Telefonnummer) dann gerne auch Terminwünsche geäußert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Koordinierungsstelle informieren anschließend über den genauen Testtermin.


Zum Test sind dann der Personalausweis bzw. der Reisepass sowie ein Mund-Nasenschutz mitzubringen (am Testzentrum gilt Maskenpflicht!).

Der holzbefeuerte Brandübungscontainer zieht in den nächsten Wochen vom Gelände der GBAB in Aschaffenburg an der Obernburger Straße in die Limesstraße im Staathafen Aschaffenburg. 

Heute wurde mit der Einrichtung des neuen Platzes am Ende der Limesstraße begonnen.

Platz BÜC  

Am Samstag, den 12.09.2020 begrüßten wir, gemeinsam mit den Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Heigenbrücken, Kameradinnen und Kameraden aus dem Landkreis zum MTA Zusatzmodul Brandbekämpfung 1. Ausbildungsschwerpunkte waren hier der Umgang mit der Wärmebildkamera und die Vegetations- u. Waldbrandbekämpfung.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde an vier Stationen der Umgang mit der Wärmebildkamera, das Anlegen eines Wundstreifens mit den verschiedenen Handwerkszeugen zur Vegetations- u. Waldbrandbekämpfung, das Ablöschen eines Flächenbrandes mittels Feuerpatsche und Löschrucksack und das Auffinden und Bekämpfen von Glutnestern nahegebracht.
Zur Ausbildung konnten wir auch einen Kameraden von der Bergwacht Hösbach begrüßen. Die Bergwacht Hösbach verfügt über 2 Wärmebildkameras. Diese beiden WBK wollten wir im Zuge der Ausbildung testen ob sie für den Fall eines Vegetationsbrandes auch eingesetzt werden können. Es hat sich gezeigt das die Kameras hierfür auch geeignet sind. Am Lehrgang nahmen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren Mainaschaff, Stadt Aschaffenburg, Hörstein, Hösbach, Eichenberg, Steinbach, Niedersteinbach, Geiselbach Alzenau und Michelbach teil.
Zum Abschluss der Ausbildung, fand eine kleine Manöverkritik statt. Den nur durch das Feedback der Teilnehmer wissen wir was war gut oder was muss verbessert werden.Von allen Teilnehmern wurde es sehr positiv aufgenommen, dass wir die Theorie in die Praxis mit eingebunden haben.
Wir bedanken uns bei den Ausbildern, bei der Bergwacht Hösbach für Ihr Engagement und bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Mitarbeit.

Fabio Franz, Öffentlichkeitsarbeit FFW Jakobsthal

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Das Atemschutzzentrum in Goldbach weist nochmals im Zusammenhang mit Ihrem gemeinsam mit der Feuerwehr Goldbach erstellten Hygienekonzept darauf hin, dass der Aufenthalt im Atemschutzzentrum und im Gerätehaus Goldbach nur den für die Teilnahme an Streckendurchgänge und Ausbildungen bzw. Übungen notwendigen Personen gestattet ist und dass derzeit ein Gebrauch der Duschen nicht möglich ist.

Wir möchten uns bei allen Freiwilligen bedanken, die sich in den letzten Tagen bei uns gemeldet haben und ihre Hilfe bzw. Unterstützung beim Betrieb der Teststrecken angeboten haben - DANKE SCHÖN!!

Aktuell betreiben wir "nur" die Teststrecke in Aschaffenburg, daher werden noch nicht so viele Helfer benötigt und wir haben viele Freiwillige Helfer noch nicht direkt kontaktiert - dies kann sich aber ganz schnell wieder ändern, wenn wir die Teststrecke in Kahl wieder hochfahren müssen.

Gerne nehmen wir auch noch weitere Angebote an Freiwilligen für die Teststrecken an.

Tel. 0160 8381877 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Heute fand ein Bürgerentscheid in der Gemeinde Geiselbach statt - die Bürger konnten darüber abstimmen, ob ein neues Gewerbegebiet "Am Omersbacher Weg" in Geiselbach entstehen kann. Das Gewerbegebiet soll - von Hofstädten kommend - am Kreisel des Ortseinganges entstehen.

In diesem Gewerbegebiet möchte die Gemeinde Geiselbach auch ein neues Feuerwehrgerätehaus für die FF Geiselbach errichten.

Mit großer Mehrheit haben sich die Bürger von Geiselbach und Omersbach dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde dieses Gewerbegebiet errichten kann und damit auch eine Fläche für das neue Feuerwehrgerätehaus entsteht.

Die beiden landkreiseigenen Corona Teststrecken in Aschaffenburg-Damm und Kahl am Main werden unter hauptsächlicher Beteiligung der Landkreisfeuerwehren aufgebaut und betrieben. Am 01.09.2020 ist zunächst die Teststrecke in Aschaffenburg-Damm in Betrieb gegangen, die Teststrecke in Kahl am Main nahm am 08.09.2020 ihren Betrieb auf. Insgesamt stehen 4 Testlinien bereit. In Aschaffenburg können bis zu 200 Personen auf einer Linie und in Kahl können bis zu 450 Personen auf drei Linien pro Tag getestet werden. Die aktuelle Nachfrage erlaubt, dass alle Tests derzeit nur in der Teststrecke in Aschaffenburg-Damm durchgeführt werden.
Zum Leiter der beiden Teststrecken wurde Kreisbrandmeister Georg Thoma (Schöllkrippen) benannt. Die Testungen erfolgen nach vorheriger Terminvergabe durch die Terminkoordinierungsstelle des Landratsamtes. Die Terminkoordinierungsstelle ist unter der Telefonnummer 06021/394-889 von Montag bis Donnerstag von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr und freitags von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr erreichbar. An den Betriebstagen, in der Regel von Montag bis Freitag ab 08.00 Uhr bis gegen 16.00 Uhr sind mindestens 4 Feuerwehrleute pro Testlinie im Einsatz. Dazu kommt je Testlinie jeweils ein Arzt oder eine Person mit medizinischen Kenntnissen, die von einem Arzt des Gesundheitsamtes in die Testung eingewiesen wurden. Dem Landkreis sind zunächst bis Ende September zwei Sanitätskräfte des Sanitätsunterstützungszentrums Hammelburg als Abstreicher zugewiesen, die mit der Feuerwehr in den Teststellen zusammenarbeiten.
Bislang wurden in den vergangenen beiden Wochen von insgesamt 1269 Personen Abstriche genommen. Die Feuerwehrkräfte sind für die Dokumentation, die Verwaltung und die Organisation der Corona-Tests verantwortlich. Zwei Feuerwehrleute mit medizinischen Vorkenntnissen haben ebenfalls eine Einweisung erhalten und dürfen auch für Abstriche eingesetzt werden. Am späten Nachmittag werden die Proben jeweils mit einem Feuerwehrfahrzeug in das Untersuchungslabor nach Bad Kissingen gefahren. Zusätzlich steht für eine notwendige größere Testung Vorort in einer Einrichtung oder in einem Betrieb noch ein mobiles Testteam der Feuerwehr zur Verfügung, welches schon während des Katastrophenalarms bei Tests in Alten- und Pflegeheimen und Fleischbetrieben zum Einsatz kam.
Aktuell können wir auf einen Pool von rund 40 Feuerwehrleuten zurückgreifen, die bei den Testungen eingesetzt werden können. Aus Sicht der Feuerwehr ist der personelle Betrieb der beiden Teststrecken und der mobilen Testeinheit bis Ende des Jahres sichergestellt.
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Beim ersten bundesweiten Warntag am 10.09.2020 wurden pünktlich um 11 Uhr von der Integrierten Leitstelle Untermain mit einem Funksignal die mehr als 150 Sirenen im Landkreis Aschaffenburg angesteuert, damit sie alle das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“ aussenden.


Dieser Vorgang lief völlig störungsfrei ab!


Sollte in unserem Landkreis einzelne Sirenen nicht funktioniert haben, dann lag die Ursache vermutlich bei der einzelnen Sirene selbst.


Sie können mithelfen und diese Sirenen, die stumm blieben, direkt bei Ihrer Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung oder auch bei ihrer örtlichen Feuerwehr melden. Die Städte und Gemeinden sind Eigentümer der über 150 Sirenen und kümmern sich um deren Unterhalt.

Die Regierung von Unterfranken gibt die Feuerwehr-Einsatzstatistik für das Jahr 2019 im Regierungsbezirk Unterfranken bekannt.  


Rund 30.000 Einsätze (genau: 29.928) waren im Jahr 2019 von den 956 freiwilligen Feuerwehren, den 32 Betriebs- und Werkfeuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr Würzburg in Unterfranken zu leisten.

Insgesamt mussten die Feuerwehren zu 2.407 Bränden ausrücken.

Im Rahmen der Technischen Hilfeleistung (THL) wurden die unterfränkischen Feuerwehren im Jahr 2019 13.232 mal zur Hilfe gerufen. Zum Einsatzspektrum in der Technischen Hilfeleistung zählt die Alarmierung zu 1.531 Verkehrsunfällen, 1.674 Ölspuren oder 1.051 Wohnungsöffnungen bei akuter Gefahr. Auch das Wetter nahm im vergangenen Jahr wieder starken Einfluss auf die Feuerwehren. So mussten die Einsatzkräfte 1.418 Sturmschäden und 540 Unwetterschäden (z.B. vollgelaufene Keller, Überflutung) beseitigen. Über das Jahr verteilt fielen 129 Hochwassereinsätze an und die Feuerwehren mussten bei 377 Wasserschäden Hilfe leisten. Den größten Teil der Technischen Hilfeleistungen bilden inzwischen First-Responder-Einsätze, zu denen die Feuerwehren im Berichtsjahr 3.133 mal alarmiert wurden. Hierbei konnten durch die Hilfe vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes 2.323 Personen gerettet werden. Für 118 Personen kam trotz des schnellen Eingreifens leider jede Hilfe zu spät.

Gefahren durch ABC-Gefahrstoffe wurden 467 mal bekämpft. Den Schwerpunkt bildete mit 190 Einsätzen das Aufnehmen von auslaufendem Kraftstoff aus Fahrzeugen, gefolgt von 109 Alarmierungen zu Gasgeruch.

Sicherheitswachen – zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen – mussten 8.963 mal geleistet werden. Hinzu kommen 2.330 sonstige Tätigkeiten.

In 2.529 Fällen rückten die unterfränkischen Feuerwehren zu Einsätzen aus, die sich vor Ort glücklicherweise als Fehlalarm herausstellten. 1.790 Alarmierungen – dies entspricht 70% der Gesamtsumme – wurden durch die automatische Auslösung von Brandmeldeanlagen oder sonstigen Gefahrenmeldeanlagen veranlasst. Diese hohe Zahl an Fehlalarmen belastet die Feuerwehren in der Praxis erheblich.

Durch die Einsätze der Feuerwehren bei Bränden, THL-Einsätzen (ohne First-Responder) und Einsätzen mit ABC-Gefahrstoffen wurden 907 Personen gerettet. Allerdings sind auch 200 Personen bei den Ereignissen ums Leben gekommen und konnten von den Einsatzkräften nur noch tot geborgen werden. Zudem wurden bei den Einsätzen 76 Feuerwehrdienstleistende verletzt. Ein Feuerwehrmann verunglückte tödlich bei der Rückfahrt von einem Einsatz.

Bei den Freiwilligen Feuerwehren in Unterfranken waren insgesamt 36.983 aktive Mitglieder ehrenamtlich in den Feuerwehren engagiert. Sie leisteten im Jahr 2019 rund 312.000 ehrenamtliche Einsatzstunden (genau: 312.150). Der Frauenanteil lag bei rund 10% mit 3.851 weiblichen Mitgliedern. Die Ausbildung zum Atemschutzträger ist wichtig, jedoch nicht selbstverständlich. Insgesamt waren in Unterfranken im Jahr 2019 9.210 Atemschutzträger gemeldet, wovon 8.371 auf die Freiwilligen Feuerwehren entfallen.

Die Jugend- und Kinderarbeit spielt auch bei den unterfränkischen Feuerwehren eine wichtige Rolle. Sie ist ein bedeutender Teil der Nachwuchsgewinnung für die Wehren. So waren in 673 Jugendgruppen insgesamt 6.362 Jugendliche aktiv. Erfreulich ist, dass der Anteil der weiblichen Jugendfeuerwehrmitglieder mit 1.668 Anwärterinnen immerhin bei 26% liegt.

Bei den insgesamt 181 Kinderfeuerwehren waren insgesamt 2.490 Kinder (davon 866 Mädchen) aktiv.

„Alle diese Zahlen verdeutlichen, dass unsere Feuerwehrangehörigen mit großem Mut und oft unter Einsatz ihres Lebens ihren selbstlosen Dienst an unserer Gemeinschaft leisten. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank“, kommentierte Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann die aktuelle Feuerwehrstatistik. Der Regierungspräsident hofft zuversichtlich, dass sich auch künftig zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Freiwilligen Feuerwehren engagieren. Sein Appell richtet sich insbesondere auch an die junge Generation, die aufgefordert ist, durch den Einsatz in den örtlichen Feuerwehren einen wichtigen ehrenamtlichen Einsatz zu leisten. Darüber hinaus können unsere Freiwilligen Feuerwehren auch zu einer gelingenden Integration der vielen dauerhaft bleibeberechtigten Zuwanderer als neue Mitbürgerinnen und Mitbürger beitragen.

Die Feuerwehr Waldaschaff, Feuerwehr Weibersbrunn und der zuständige Kreisbrandinspektor (KBI) Otto Hofmann wurden am Freitag um 16:52 Uhr von der Leitstelle Bayerischer Untermain (ILS) zu einem Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen auf die Bundesautobahn (BAB) 3 - km 227 (zwischen den Anschlussstellen Weibersbrunn und Bessenbach/Waldaschaff) in Fahrtrichtung Frankfurt alarmiert.

An der Einsatzstelle waren insgesamt vier PKWs in einen Unfall verwickelt und auf mehrere Fahrstreifen verteilt. Es wurden drei Personen, davon ein Kind mittelschwer verletzt.

Durch die Feuerwehren wurde eine Verkehrsabsicherung eingerichtet, auslaufende Betriebsstoffe gebunden, ein Landeplatz für den Rettungshubschrauber vorbereitet und das Abschleppunternehmen anschließend bei den Bergungsarbeiten der Fahrzeuge unterstützt. Die Autobahn war ca. 1,5 Stunden voll gesperrt. Anschließend wurde der Verkehr über die linke Fahrspur an der Unfallstelle vorbeigeleitet.

Einsatzleiter Thorsten Fleckenstein (Stv. Kommandant – FF Waldaschaff) konnte auf 8 Fahrzeuge mit zwei Verkehrsicherungs- bzw. Vorwarnanhängern und 25 Feuerwehrkameradinnen und Kameraden zurückgreifen. Gegen 18:50 Uhr waren die Fahrbahnen wieder frei befahrbar und die Einheiten konnten zurück zur Unterkunft fahren. Von Seiten des Rettungsdienstes waren zwei Rettungswagen (RTW), ein Krankentransportwagen (KTW) und ein Rettungshubschrauber (RTH – Christoph 2) an der Einsatzstelle.

Zur genauen Unfallursache und Schadenshöhe kann von seitens der Feuerwehr keine Aussage getroffen werden.

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Bilder und Text - Feuerwehr Waldaschaff

Heute (11.09.2020 - 12:45 Uhr) wurden die Feuerwehren Kahl und Karlstein zu einer Rauchentwicklung nach Kahl in die Auestraße in den Kindergarten Sonnenschein alarmiert. Sehr schnell konnten die ersten Kräfte vor Ort Entwarnung geben. Vermutlich kam es durch eine Fehlfunktion in der Heizungsanlage zur einer kurzen Rauchentwicklung im Keller. Durch die Feuerwehr wurde das komplette Gebäude erkundet, die Heizung außer Betrieb genommen, sowie der Gasversorger verständigt.
Sehr vorbildlich verlief die Räumung der Einrichtung. Beim Eintreffen der ersten Kräfte befanden sich alle Kinder im Freien und von der Leiterin wurde unverzüglich die Vollzähligkeit gemeldet.
Die Feuerwehr Kahl war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Unterstützt wurden wir von der Feuerwehr Karlstein mit einem Löschfahrzeug, welches vorrangig mit Atemschutzgeräteträger besetzt war.
Glück im Unglück hatten die Kindergartenkinder. Sie durften nach Entwarnung der Lage ein Kahler Löschfahrzeug besichtigen.
Die Kahler Drehleiter konnte allerdings nicht besichtigt werden. Noch während der Einsatz im Kindergarten abgearbeitet wurde, wurde sie zu einer Brandmeldung nach Alzenau alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass auch hier ein Fehlalarm vorlag.
KahlKindergarten
Bild und Text - Feuerwehr Kahl/Main

Am 11.09.2020 um 16 Uhr eröffnete Innenminister Joachim Hermann die Feuerwehr-Aktionswoche 2020 in München.
   
Unter dem Motto „Helfen ist Trumpf“ stellen die bayerischen Feuerwehren auch ihre weitreichenden Verantwortungen über das normale Feuerwehr-Handwerk: „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ hinaus, in den Mittelpunkt.

Das Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr ist unbezahlbar – denn es leistet auch abseits eines Notfalls eine Vielzahl von freiwilligen Aktivitäten, die dem Gemeinwohl nachhaltig und effektiv zugutekommen.

Möglich wird dies durch eine fundierte, vielfältige Ausbildung, die ...neben der Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten auch für die persönliche Lebensgestaltung gewinnbringend sein kann.

Und darum haben die knapp 315.000 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer Bayerns nicht nur für sich selbst einen Trumpf in der Hand, sondern sind insgesamt ein Trumpf für alle! Weitere Infos unter www.helfenistrumpf.de.

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helfen ist trumpf

Wir möchten auf die Ausbildungsmöglichkeit mit unserem Rauchhaus hinweisen - besonders wenn es in den nächsten Wochen wieder mehr theoretische Ausbildungen an den Abenden geben wird.

Thomas Richard von der FF Haibach ist unser Ausbilder zu diesem Thema - mit dem Rauchhaus kann der Einsatz eines Hochdrucklüfters sehr gut dargestellt werden

Bitte nutzt diese sehr gute Ausbildungsmöglichkeit - ihr müsst "nur" einen Termin ausmachen. Die Ausbildung geht auch in "Corona-Zeiten" unter Einhaltung der entsprechenden Vorschriften.

Anbei der Link zum Rauchhaus

https://www.kfv-ab.de/index.php/feuerwehr/ausbildung/ausbildungsmaterialien/ausbildungsmaterialien/rauchhaus

Der Lehrgang für Atemschutzgeräteträger hat mit einen Hygieneplan begonnen. Die theoretische Ausbildung findet im großen Saal statt und bei der praktischen Ausbildung werden Gruppen gebildet, die an verschiedenen Terminen ausgebildet werden.

Auch für die anderen geplanten Lehrgänge gelten ähnliche Hygienekonzepte.

ATG 4

ATG 3

ATG 1

ATG 2 

Am 10.09.2020 war es – nachdem die Einrichtung eines Beirates schon seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1993 Bestandteil der Satzung war, endlich soweit. Der Landesfeuerwehrverband Bayern konnte im festlichen Rahmen des Neuen Schlosses Schleißheim, in Oberschleißheim achtzehn, der insgesamt 26 Gründungsmitglieder, allesamt Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Kirche und Gesellschaft zur Gründungsversammlung seines Beirates willkommen heißen.

In Anwesenheit der Mitglieder des Verbandsausschusses (das sind u.a. die Vorsitzenden der Bezirksfeuerwehrverbände, deren Stellvertreter die Landesfrauenbeauftragte oder Landesfeuerwehrarzt) wählten die Beiratsmitglieder MdL Dr. Marcel Huber einstimmig zu ihrem Vorsitzenden.

Dieser stellte nach seinen grundsätzlichen Ausführungen in einem Dialog die Mitglieder des Beirates und die zukünftigen Aufgaben und Arbeitsinhalte vor. Besonders hob er hervor, dass das Feuerwehrwesen in Bayern ein weltweit einzigartiges System flächendeckender Hilfeleistung ist.

Innenminister Joachim Herrmann, kraft Amtes Mitglied des Beirates, stellte in seinem Grußwort einmal mehr die Wichtigkeit eines gut funktionierenden Feuerwehrwesens in Bayern heraus, dankte ebenfalls allen Beiratsmitgliedern und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass der Landesfeuerwehrverband Bayern angesichts seiner nahezu 900.000 Mitglieder damit auch seine gesellschaftliche Mitverantwortung deutlich zum Ausdruck bringt.

Alle Mitglieder des Landesverbandsbeirates entnehmen Sie bitte der beiliegenden Liste.

Der Landesverbandsbeirat unterstützt und fördert den Landesfeuerwehrverband Bayern e.V. in allen Angelegenheiten. Er stellt im Rahmen wichtiger Netzwerktätigkeit Kontakte her und gibt wichtige Impulse für die strategische Ausrichtung der Verbandsarbeit.

Er soll bei der Entwicklung mittel- und langfristiger Ziele beratend mitwirken und auf Anfrage fachlichen Rat im Vorfeld von Entscheidungen geben.

Die Geschäftsordnung nennt bei den zu unterstützenden Bereichen insbesondere:

  • Förderung des Ehrenamtes in der Feuerwehr
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Imagepflege
  • Nachwuchsarbeit
  • Allgemeine Vernetzung Politik / Brand- und Katastrophenschutz

LFV-Vorsitzender Johann Eitzenberger zeigte sich glücklich, mit allen Beiratsmitgliedern die richtigen Persönlichkeiten gefunden zu haben: „Ich bin mir sicher, dass sich die Arbeit unseres Beirates gewinnbringend für alle Mitglieder unseres Verbandes auswirken wird. Das ist dann der Fall, wenn dies bei jeder Feuerwehrfrau und jedem Feuerwehrmann in Bayern tatsächlich spürbar wird!“

Auch die Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg freuen sich, dass unsere Bundestagsabgeordnete Frau Andrea Lindholz Mitglied im Landesverbandsbeirat wurde und sie so die Arbeit der Feuerwehr würdigt und unterstützt. Wir sagen Frau Lindholz herzlich Dank für Ihre tolle Unterstüzung der Feuerwehr, früher schon als Stellvertretende Landrätin und heute als Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses. Sie ist ein immer gern gesehener Gast auf allen unseren Veranstaltungen.  

Liste_Beiratsmitglieder_LFV_Bayern_Gründungsversammlung.pdf

112 Newsletter vom 10. September 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie jede Woche möchte ich auch heute an den Anfang dieses Newsletters eine Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern stellen. Heute, Donnerstag, 10. September 2020, Stand 08:00 Uhr, verzeichnen wir 60.986 bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 58.241). Das sind im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche 2.745 (nach 1.909 die Woche davor) mehr. Dies bedeutet einen rechnerischen Tagesschnitt von rund 392 Neuinfektionen. Die Vergleichswerte für die drei vorangegangenen Wochen lagen bei 273, 312 bzw. 245.

Diese Zahlenreihe weist heute leider über das in den zurückliegenden Wochen entstandene statistische Plateau von ca. 300 Neuinfektionen pro Tag hinaus. Diese Annahme wird auch durch den heutigen Tageswert gestützt, der bei sehr hohen 534 liegt. Ganz offensichtlich prägen die Reiserückkehrer der letzten Woche das Geschehen. Diese haben sich zum Glück unverzüglich und intensiv testen lassen, was zwar die Zahl der statistisch erfassten Neuinfektionen anschwellen lässt, uns aber in die Lage versetzt, sofort die erforderlichen Quarantänemaßnahmen zu ergreifen, um eine weitere strukturelle Ausbreitung des Virus innerhalb der Bevölkerung zu unterbinden.

Diese auf den ersten Blick bedrohlich erscheinenden Zahlen bedürfen der Einordnung in den Kontext der bestehenden Rahmenbedingungen. Zu diesen zählt ganz entscheidend, wieviel insgesamt in Arztpraxen und Kliniken, an den Flughäfen und Autobahnen sowie in den 87 kommunalen Testzentren getestet wurde. 

Und hier ist mein Eindruck, dass wir insbesondere in den zurückliegenden acht bis zehn Tagen aufgrund einiger saisonaler Sondereffekte einen vorläufigen Peak erlebt haben. Denn in dieses Zeitfenster ist nicht nur die zweite große Reiserückkehrerwelle gefallen, sondern auch der Beginn der freiwilligen Reihentestungen bei den Lehrerinnen und Lehrern zum Schuljahresanfang sowie die Betriebsaufnahme der kommunalen Testzentren. Im Ergebnis haben also im Unterschied zur Normalsituation die Nachfrage nach Tests sowie das Angebot an Testgelegenheiten deutliche Aufwüchse erfahren, die so nicht jede Woche auftreten.

Meine abstrakt-generell hergeleitete Peak-Theorie fußt daher auch auf statistisch belastbaren Daten. Dies gilt namentlich für die Zahl der täglich im Durchschnitt durchgeführten Tests. Denn mit einem durchschnittlichen Tageswert von gut 47.000 Tests haben wir in den ersten Septembertagen einen neuerlichen Höchststand erreicht. Zum Vergleich: In den beiden Wochen davor lagen die Vergleichswerte bei 42.000 und 38.000 Tests.

Insofern ist die Schlussfolgerung naheliegend und zulässig, dass die erhöhte Zahl der Neuinfektionen auch ein Ergebnis eines erhöhten Testgeschehens ist.

Für die Gesamtbeurteilung der Lage ist auch die Entwicklung der Positivrate eminent wichtig. Zur Erinnerung: Diese sagt aus, wie hoch der Anteil der positiven Testergebnisse an der Gesamtzahl der Tests ist. Beispiel: Werden 100 Proben genommen und von diesen bringen 3 ein positives Testergebnis, beträgt die Positivrate 3 Prozent.

Für die tatsächliche Corona-Situation zeigt sich für diesen Parameter auch in dieser Woche eine einigermaßen stabile Seitwärtsbewegung auf erhöhtem Niveau. Bewegte sich im Juni die Quote der positiven Befunde aller an einem Tag untersuchten Proben zwischen 0,3 und 0,7 Prozent, lag die Positivrate nach den Feststellungen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wie bereits im August auch in der ersten Septemberwoche zwischen 1,1 und 1,7 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die erhöhte Zahl der festgestellten Neuinfektionen nicht unbedingt auf ein sich in seiner Qualität verschärfendes Infektionsgeschehen hinweist, sondern eher auf die verstärkte Aufhellung des Dunkelfeldes.

Im Übrigen sind für meine Einschätzung zur Corona-Situation seit je her die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“ von erheblicher Bedeutung. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 2.642 Personen verstorben, das sind im Vergleich zur Vorwoche drei Sterbefälle mehr. So tragisch diese drei Fälle für sich genommen sind, so sehr belegt doch diese in der Gesamtbetrachtung sehr niedrige Zahl die Wirksamkeit der ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Gleiches gilt für die Situation in den Kliniken. Stand heute befinden sich in Bayern 121 Patienten wegen Corona in stationärer Behandlung (Vorwoche 101). Von diesen liegen 32 auf einer Intensivstation, von denen wiederum 28 künstlich beatmet werden. Das Gesundheitssystem ist also weiterhin meilenweit davon entfernt, von einem Massenanfall schwer COVID-19-erkrankter Patienten überrollt zu werden.

Diese günstigen Zahlen korrespondieren mit einer grundlegenden strukturellen Veränderung im Kreis der mit COVID-19 infizierten Personen. Waren im Frühjahr noch sehr stark alte, kranke oder aus sonstigen Gründen vulnerable Personen betroffen, sind es jetzt vielfach jüngere agile und mit einer altersbedingt vergleichsweise robusteren Gesundheit ausgestattete Menschen, denen das Virus offenbar nicht so viel anhaben kann.

Wieder genesen sind heute amtlich ausgewiesen 53.620 (Vorwoche 51.520) Personen oder 2.100 mehr als vor sieben Tagen. Die Zahl der aktuell mit COVID-19 Infizierten beläuft sich momentan in Bayern auf 4.720 im Vergleich zu 4.080 bzw. 3.880 in den beiden letzten Wochen.

Die auf den Tag abstellende Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich heute entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts auf R=0,99 (nach R=0,68 in der Vorwoche). Der auf einen Betrachtungszeitraum von sieben Tagen abstellende „geglättete R-Wert“ beläuft sich auf R=1,05 nach R=0,86 in der Vorwoche. Beide Werte sehen im Vergleich zur Vorwoche etwas weniger gut aus, pendeln sie doch beide haarscharf um die entscheidende Marke von 1,0. Damit genesen statistisch aktuell so viele Menschen, wie sich neu mit Corona infizieren.

Angesichts dieser Zahlen könnte man sagen, dass damit das Problem „Corona“ im Grunde erledigt sei. Die Betroffenen sind halt mal zwei Wochen krank, dann genesen sie wieder in großer Zahl und das war es dann, was soll also die ganze Aufregung? So einfach ist es aber nicht. Es hat letztlich die gesamte Gesellschaft größte Mühen gekostet, im Frühjahr die Fallzahlen signifikant zu senken und erst in Folge dessen ist es gelungen, u.a. die Lage in den Alten- und Pflegeheimen in den Griff zu bekommen, damit die Sterbefallrate massiv zu senken und die Intensivstationen zu entlasten.

Auch wenn die Medizin mittlerweile viel besser mit dem Corona-Virus umgehen kann als noch vor einem halben oder dreiviertel Jahr, so bleiben die mit Corona verbundenen Gesundheitsgefahren doch bestehen. Wie schnell sich der Wind drehen kann, muss aktuell Frankreich erleben. Dort melden in den ersten Regionen die Kliniken wieder eine Vollauslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten. Die Gefahr ist also real. Deshalb müssen wir alles daransetzen, die Fallzahlen in beherrschbaren Bahnen zu halten, ohne hierüber zu stark in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben einzugreifen.

Dass die Situation nicht mehr so einfach ist, wie sie schon mal war, weist auch die Betrachtung der Hotspot-Lage aus. Den höchsten Einzelwert verzeichnet aktuell die kreisfreie Stadt Rosenheim mit einer 7-Tage-Inzidenz von 72,64. Zur Erinnerung: Demnach haben sich, statistisch bezogen auf 100.000 Einwohner, in den letzten sieben Tagen in Rosenheim 72,64 Personen neu mit Corona infiziert. Die Hochschulstadt am Zusammenfluss von Mangfall und Inn liegt damit deutlich jenseits der roten Linie bei 50, die regelmäßig verschärfte infektionsschutzrechtliche Maßnahmen auslöst.

Die nächstniedrigeren Werte wurden für die Stadt Memmingen (63,87), die Unterfrankenmetropole Würzburg (57,87) und die Stadt Landshut (46,96) sowie die Landeshauptstadt München (45,26) ermittelt, zwei weitere Städte liegen jenseits der Vorwarnstufe von 35. Jedenfalls statistisch gesehen müssen wir also in Bayern wieder drei „echte“ Hotspots verzeichnen und auch die sonstigen Zahlen zeugen von einer weiteren Ausbreitung der Infektionen in die Fläche. Stand heute haben wir keinen einzigen Landkreis und keine einzige kreisfreie Stadt mehr mit einer 7-Tage-Inzidenz von Null.

Nahezu flächendeckend wird berichtet, dass das Infektionsgeschehen ganz maßgeblich von den Reiserückkehrern geprägt wird. Das lässt hoffen, dass sich die Situation womöglich in einer guten Woche schon wieder entspannt, weil dann nach einer Zeitspanne, die länger ist, als die Inkubationszeit von Corona, die „Schlusswelle der Reiserückkehrer“ infektiologisch bereits „verdaut“ ist. Aber diese Rechnung geht nur dann auf, wenn die aktuellen Virenträger nicht zu viele Menschen anstecken.  

Unter dem Strich kann ich also Folgendes festhalten: Wir dürfen aktuell von einer sich anspannenden, aber insgesamt noch stabilen Infektionslage ausgehen. Passend zum bundeweit stattfindenden „Warntag“, mit dem alle Katastrophenschutzwarninstrumente von der Sirene bis zur App getestet werden, müssen zwar nicht die Sirenen heulen, der Warnhinweis „Vorsicht ist geboten“ scheint mir aber durchaus angemessen.

Themenwechsel. Es ist wieder an der Zeit, sich etwas genauer mit der Stimmungslage in der Bevölkerung zu befassen. Denn die Urlaubs- und Ferienzeit ist nicht nur in Bayern, sondern praktisch in ganz Deutschland zu Ende und insoweit kommt das Land langsam wieder in den Normalmodus. Wie Sie wissen sind für mich große repräsentative Umfragen wie das ZDF-Politbarometer oder der ARD-Deutschlandtrend wichtige Informationsquellen. Darüber hinaus werte ich die zwar im wissenschaftlichen Sinne nicht repräsentativen, dafür aber in ihrer Tonalität sehr authentischen und bisweilen auch originellen Bürgerschreiben akribisch aus.

In Bezug auf die großen Umfragen liefert derzeit der vergangene Woche veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend das aktuellste Bild.

Die Meinungserhebung fragte zum einen nach weiterführenden Maßnahmen, um auch über den Winter, der für Viren aus der Influenza-, aber auch der Corona-Familie deutlich bessere Lebensbedingungen bringt, als sie im Sommer herrschen, die Pandemie im Griff zu behalten. Demnach weist für 86 Prozent der Befragten eine Absage von Karnevalsfeiern in die richtige Richtung. Nach Auffassung von 64 Prozent der Befragten sollten Gästezahlen bei privaten Feiern stärker begrenzt werden. Ebenfalls 64 Prozent meinen, dass dieses Jahr keine Weihnachtsmärkte stattfinden sollen. Dass Arbeitnehmer verpflichtet sein sollen, in Gebäuden am Arbeitsplatz eine Maske zu tragen, finden 38 Prozent der Befragten gut. Und 31 Prozent teilen diese Auffassung in Bezug auf die Situation von Schülern und Lehrern während des Unterrichts.

Ich hoffe stark, dass sich in den kommenden Wochen die Infektionslage ausreichend günstig entwickelt, um die genannten Maßnahmen ganz oder teilweise entbehrlich zu machen. Zu einzelnen Punkten hat der Ministerrat ja bereits vergangenen Dienstag Beschlüsse gefasst. Ich nenne hier die Maskenpflicht in den Schulen. Diese gilt in den ersten zwei Wochen des neuen Schuljahres ab der 5. Jahrgangsstufe auch während des Unterrichts, im Übrigen nur in den sonstigen Bereichen wie in den Gängen und am Schulhof.

Zum anderen lotet die Umfrage aus, wie besorgt die Menschen in Deutschland noch wegen Corona sind. Aktuell haben 5 Prozent der Bevölkerung eine sehr große und 21 Prozent eine große Angst, sich mit Corona zu infizieren. Bei 42 Prozent ist diese Angst weniger groß und bei 31 Prozent ist sie gering ausgeprägt. In der Tendenz bedeutet dies im Vergleich zum Deutschlandtrend von vor zwei Wochen eine etwa 7 Prozentpunkte gesunkene Sorge vor Ansteckung.

Dieser empirische Befund einer zurückgehenden Angst vor Corona deckt sich mit dem Eindruck, den ich aus den Bürgerzuschriften gewinne. Abgesehen von Schreiben, die erkennbar aus der Fakenews-, Reichsbürger- oder Coronaleugnerszene kommen und die insoweit für meine eigene Meinungsbildung nicht relevant sind, werden aktuell die seriös formulierten Schreiben mehr, die nach Lockerungen rufen. Dies betraf und betrifft vor allem den Sport, namentlich die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs bei Kontaktsportarten, einschließlich Fußball, sowie die Zulassung von Zuschauern.

Hier haben wir diese Woche ein nach meiner Meinung sehr gutes Ergebnis erzielt. Ausgehend von Gesprächen mit dem Bayerischen Fußball Verband (BFV) und dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) und nach intensiven Beratungen im Ministerrat hat dieser beschlossen, dass ab dem 19. September bei allen Kontaktsportarten der geregelte Wettkampfbetrieb auch im Amateurbereich in der Halle und unter freiem Himmel wieder stattfinden kann. Am Beispiel des Fußballs der Herren in Bayern bedeutet dies, dass der Spielbetrieb von der Kreisklasse C bis hinauf zur Regionalliga Bayern dann wieder möglich sein wird. Mit dem Ministerratsbeschluss vom Dienstag verbleibt den Verbänden und den Vereinen ausreichend Zeit, um den Spielbetrieb zu organisieren, zumal das Training ja schon seit längerem wieder möglich ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere Kontakt- und Mannschaftssportarten, etwa Basketball, Handball, Feld- oder Eishockey.

Eine in diesem Zusammenhang naturgemäß heikle Frage betrifft das Ob und das Wie einer Zulassung von Zuschauern. Gerade, wenn diese sich vom Spielverlauf euphorisiert in den Armen liegen oder bei lautstarken Unmutsäußerungen größere Aerosolwolken oder Tröpfchenregenschauer produzieren würden, dann wäre das Infektionsrisiko sehr hoch. Das galt es zu verhindern und letztlich abzuwägen gegen die, siehe oben, insgesamt einigermaßen stabile Infektionslage und den allgemeinen Wert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den der (Mannschafts-)Sport im Besonderen schafft.

Angesichts der guten Erfahrungen aus dem Trainingsspielbetrieb in Bayern sowie dem in anderen Bundesländern bereits einige Zeit laufenden Spielbetrieb unter Wettbewerbsbedingungen vor Zuschauern schien es uns verantwortbar, für den Sport in Bayern den nächsten Lockerungsschritt zu gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes Maß-gebend war der Kultur- und Konzertbetrieb, mit dem nun für den Sport der Gleichklang hergestellt ist. Konkret bedeutet dies, dass in der Halle bis zu 200 und im Freien bis zu 400 Zuschauer zugelassen sind. Selbstverständlich aber gerade nicht im Sinne einer nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch auf den Rängen unerwünschten Rudelbildung, sondern im Gegenteil mit Mindestabstand, mit Mund-Nasen-Bedeckung auf Stehplätzen sowie mit einem spezifischen Hygienekonzept für jede Spielstätte.

Der organisierte Amateursport ist nach allem, was ich höre, mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Freilich ist auch den Organisationen und Verbänden sehr bewusst, dass sich das in der oben erwähnten Deutschlandtrend-Umfrage skizzierte Bild, wonach 26 Prozent der Menschen eine sehr große oder große Angst vor einer Corona-Infektion haben, nahezu identisch in die Vereinslandschaft hineinspiegelt. So hat eine Online-Umfrage, die der BFV unter seinen gut 5.000 Mitgliedsvereinen durchgeführt hat, längst nicht eine hundertprozentige Zustimmung zur umgehenden Spielbetriebsaufnahme ergeben. Immerhin jeder fünfte teilnehmende Verein wollte diese nicht. Ähnliches sehe ich auch bei den Zuschriften, die mich in dieser Frage als Sportminister erreichen. Auch hier ergibt sich ein differenziertes Bild, bei dem jedenfalls eine relevante Minderheit zur Vorsicht mahnt und deren Belange ernst genommen werden müssen.

Deshalb halte ich es für absolut richtig, dass wir in Bayern länger als andere zugewartet haben und gerade bei der Zuschauerfrage sehr moderat vorgehen. Ich bin den Sportverbänden außerordentlich dankbar, dass sie die bisherigen Restriktionen mitgetragen und sich bei der Vorbereitung der nun beschlossenen Lockerungen sehr konstruktiv verhalten haben. Dies ist Ausdruck einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, in der natürlich jede Seite ihre Interessen zu vertreten hat, dies aber in konstruktiver Weise tut.

Vertrauen als notwendige Voraussetzung für einen solchermaßen lösungsorientierten Prozess entsteht zu aller erst über das Gespräch. Und nachdem in Abwandlung eines berühmten Spruchs des Trainers der Weltmeistermannschaft von 1954, Sepp Herberger, nach der Entscheidung vor der Entscheidung ist, geht der Gedankenaustausch bereits jetzt weiter. Heute habe ich eine Delegation des BFV um dessen Präsident Dr. Rainer Koch zum Gedankenaustausch empfangen, morgen folgt eine Delegation des BLSV mit Jörg Ammon an der Spitze.   Neben dem Sport haben wir uns im Ministerrat erneut mit Versammlungen befasst: Bereits am gestrigen Mittwoch sind zwei vom Ministerrat beschlossene Regelungen zur Durchführung von Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes in Kraft getreten. Zum einen hat der Verordnungsgeber neuerlich festgehalten, unter welchen Bedingungen die von einer Versammlung ausgehenden Infektionsgefahren gesetzlich vermutet auf ein infektionsschutzrechtlich vertretbares Maß beschränkt bleiben. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn eine Versammlung nicht mehr als 200 Teilnehmer hat und ortsfest stattfindet.

Die Teilnehmerzahl von 200 bildet auch in Bezug auf die zweite Neuregelung das Maß der Dinge. Denn für Versammlungen mit 200 oder mehr Teilnehmern ist regelmäßig eine Maskenpflicht anzuordnen.

Für alle, die sich mit dem Versammlungsrecht noch nicht so intensiv beschäftigt haben, darf ich an diesem Beispiel dessen Systematik erläutern. Anders, als vielfach vermutet, bedürfen auch Versammlungen unter freiem Himmel keiner Genehmigung, sie sind vielmehr generell zulässig. Allerdings ist der Veranstalter verpflichtet, seine Kundgebung rechtzeitig bei der Versammlungsbehörde – das ist im Regelfall das Landratsamt oder für kreisfreie Städte deren Stadtverwaltung, in bestimmten Eilfällen die Polizei – anzuzeigen. Die Versammlungsbehörde prüft, ob die Kundgebung wie gewünscht stattfinden kann, ob aus Gründen der öffentlichen Sicherheit Auflagen erteilt werden müssen oder ob als letztes Mittel die Versammlung gar verboten werden muss.

Mit der neuen Regelung ist die Versammlungsbehörde gehalten, bei Versammlungen mit mindestens 200 Teilnehmern regelmäßig die Auflage zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes zu erteilen.

Eine erste Probe aufs Exempel dürfte bereits am kommenden Samstag stattfinden. Für diesen Tag ist in München eine Großversammlung gegen Corona-Maßnahmen angemeldet. Der Veranstalter rechnet mit mindestens 5.000 Teilnehmern. Nicht erst seit den Vorkommnissen von Berlin am vorletzten Wochenende wissen wir, dass sich im Umfeld von Corona-Leugnern, Impfgegnern, Verschwörungsideologen und Esoterikern verstärkt rechtsextreme Gruppierungen tummeln, um für die eigenen teils verfassungsfeindlichen Ziele politische Hebelwirkungen zu erzeugen.

Noch ist nicht abschließend geklärt, auf welchen Flächen genau die Versammlung stattfinden wird, ob sie ausschließlich stationär oder auch mobil als Aufzug ablaufen wird und wie viele Teilnehmer zugelassen sein werden. Hierüber hat die Versammlungsbehörde noch zu befinden und womöglich werden sich auch noch die Gerichte mit der Angelegenheit zu befassen haben. Wie auch immer. Die Polizei ist angewiesen, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten, einen friedlichen Verlauf der Versammlung sicherzustellen und gegen Gewalttäter konsequent vorzugehen.

Aus dem Umfeld der Versammlungen wie der am kommenden Samstag speist sich mein Ärger der Woche. Dieser richtet sich gegen einige wenige Ärzte wohl von außerhalb Bayerns, die allem Anschein nach in großer Zahl Gefälligkeitsatteste ausstellen. Um den Infektionsschutz gezielt zu unterlaufen, bestätigen diese Ärzte, dass der Betreffende aus medizinischen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen könne. Ein solches Handeln ist verantwortungslos, eines Arztes nicht würdig und kann strafrechtlich relevant sein – und zwar für den Aussteller wie den vermeintlichen Patienten.

Meine Freude der Woche verbindet sich mit den gestern und heute durchgeführten Begrüßungen junger Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die am 1. September bei den Polizeipräsidien München und Nürnberg ihren Dienst angetreten haben. Ich konnte wieder in die erwartungsvollen Gesichter junger, gut ausgebildeter, hoch motivierter und leistungsbereiter Frauen und Männer blicken, die sich dem Dienst an der Allgemeinheit und dem Gemeinwohl verschrieben haben. Diese stellen den konstruktiven, der Welt und den Menschen zugewandten Kontrast zu den oftmals verkniffen wirkenden Verschwörungsideologen und Reichsbürgern dar, die unseren Staat schwächen und letztlich abschaffen wollen.   

Fairtrauen schafft Erfolg!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister