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Neue Fachempfehlung zur Persönlichen Schutzausrüstung von Feuerwehrangehörigen

Umdenken bei der Ausstattung: Einsatzspektrum von Innenangriff bis Vegetationsbrand berücksichtigen 

Berlin
– Mit der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für die Feuerwehren vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen beschäftigt sich eine neue Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund).
 
„Die Ereignisse der letzten Jahre haben sehr deutlich gezeigt, dass die Feuerwehren und ihre Träger die Ausstattung mit Einsatzkleidung neu bedenken müssen“, erklärt Christian Schwarze, Leiter des Fachausschusses Technik der deutschen Feuerwehren, der die Fachempfehlung erstellt hat. Der Fachausschuss Technik ist ein gemeinsames Gremium von DFV und AGBF Bund. „Schien es einige Jahre lang geboten, jede Feuerwehreinsatzkraft mit einer Schutzkleidung mit maximalem Schutz beim Innenangriff auszustatten, erzwingen besonders hochsommerliche Temperaturen, Vegetationsbrände in (zumindest gefühlt) ständig steigendem Umfang, stunden- bis tagelange Einsätze bei Überschwemmungen und auch das Thema Einsatzstellenhygiene ein Umdenken“, berichtet der Experte. „Die Fachempfehlung soll den Feuerwehren und ihren Trägern Hinweise geben, was wie zu beachten ist und welche Möglichkeiten es gibt“, so DFV-Vizepräsident Lars Oschmann.
 
Erstellt wurde die Fachempfehlung durch Christian Schwarze, Feuerwehr Stuttgart, auf Basis der Vorarbeiten bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und im Referat 8 der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb). Enge Abstimmung erfolgte mit der DGUV, dem vfdb-Referat 8 und dem DFV-Arbeitskreis Waldbrand.
 
Das Dokument geht auf unterschiedliche Einflussfaktoren für die Auswahl der PSA ein: Hierbei ist nicht nur das Einsatzereignis selbst von Belang, sondern auch weitere Umstände wie der Einsatzort (steiles, unwegsames Gelände oder flache, geteerte Straße), die Sichtverhältnisse oder das Wetter (Regen/Wind). Einige Faktoren lassen sich durch die Feuerwehr beeinflussen (Kommunikation, Einsatzmittel, Fahrzeuge), andere nicht.
 
„Eine Schutzkleidung, die im Straßenverkehr gut wahrgenommen werden kann, kann im Wald hervorragende Tarnwirkung haben. Wenn man die anderen Einsatzkräfte nicht mehr sieht oder der Hubschrauber mit dem Außenlastbehälter die am Boden tätigen Einsatzkräfte nicht wahrnimmt, kann es sehr problematisch werden“, erläutert Schwarze. Bei der Auswahl einer PSA auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung muss der Träger der Feuerwehr abschätzen, wie wahrscheinlich eine Gefährdung ist und wie deren Folgen sein könnten.
 
Die Fachempfehlung betrachtet und vergleicht die Persönliche Schutzausrüstung für die Brandbekämpfung im Innenangriff und im Freien zuerst einzeln und dann im Vergleich mit einem besonderen PSA-Ensemble für die Waldbrandbekämpfung. Die verschiedenen Möglichkeiten zum Schutz vor schädlichen Gasen und Partikeln (Pressluftatmer, Vollmaske mit A2B2E2K2-CO-P3-Filter, Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 / FFP3) werden detailliert aufgeführt. Das Dokument gibt umfangreiche, praxisgerechte Empfehlungen zur Beschaffung und Bereitstellung geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung für Feuerwehrangehörige.
 
Zum Download steht das Dokument auf der DFV-Webseite unter www.feuerwehrverband.de/fachliches/publikationen/fachempfehlungen/.

DFV-AGBF-Fachempfehlung_PSA_Feuerwehr.pdf