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Stockstadt a. Main. Am Donnerstagnachmittag, 23.06.2022, entdeckte ein Flugzeug eine leichte Rauchentwicklung über dem Wald an der B26 bei Stockstadt. Umgehend veranlasste der Pilot über den Flugplatz Großostheim-Ringheim die Alarmierung der Feuerwehr.

Um 14:23 Uhr erreichte der erste Alarm die Feuerwehr Stockstadt. Zu diesem Zeitpunkt war man aufgrund der Meldung noch von einem kleinen Feuer von nicht mehr als zehn Quadratmeter ausgegangen.

Im gemeldeten Bereich angekommen hatte die Feuerwehr Schwierigkeiten den Brand zu lokalisieren. Von den Waldwegen aus war, durch das an dieser Stelle sehr dichte Gehölz, kein Feuer oder Rauch zu erkennen. Das Flugzeug kreiste weiterhin über der Brandstelle und zeigte den Feuerwehrleuten so die Richtung an. Erst als die Feuerwehrleute ca. 150 Meter quer durch den Wald vordrangen, konnte schließlich die Brandstelle gefunden werden. Doch jetzt hatte sich das Feuer bereits ausgebreitet. Daher erfolgte um 15:20 Uhr die Alarmierung weitere Löschfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge zum Wassertransport. Auch diese Kräfte waren nicht ausreichend. Das Feuer dehnte sich immer wieder weiter aus, bis es schließlich eine Fläche von 25.000 Quadratmeter erreichte.

Gegen 16:00 Uhr wurden weitere Löschzüge und Sondereinheiten zur Waldbrandbekämpfung aus dem gesamten Landkreis Aschaffenburg an die Einsatzstelle nach Stockstadt alarmiert. Mit diesen Kräften gelang es bis 17:30 Uhr die Ausbreitung aufzuhalten und alle offenen Flammen abzulöschen. Im Waldboden verbargen sich jedoch noch zahlreiche Glutnester, die immer wieder aufflammten.

Bei Temperaturen von über 30°C und der anstrengenden Arbeit, waren viele Feuerwehrleute körperlich erschöpft. Ablösekräfte für Nachlöscharbeiten wurden um 17:50 Uhr alarmiert und umgehend eingesetzt. Das Wässern des erhitzten und an vielen Stellen noch glühenden Waldbodens zog sich bis ca. 20:30 Uhr hin. Danach konnte mit dem Rückbau der Schlauchleitungen begonnen werden. Von der Feuerwehr Stockstadt verbleibt ein Löschfahrzeug zur Brandwache bis in die Nacht an der Einsatzstelle. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht am Fuß. Nach kurzer Behandlung konnte er seinen Dienst fortsetzen.

Bedingt durch den massiven Löscheinsatz musste die B26 zwischen der B469 und Babenhausen bis 22:00 Uhr voll gesperrt werden. Hierdurch kam es auf allen Verkehrswegen rund um Stockstadt und Großostheim zu erheblichen Behinderungen. In Zusammenhang mit den Umleitungen kam es gegen 18:40 Uhr zu einem Verkehrsunfall im Kreisel an der B26/B469. Zwei Personen wurden verletzt und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

Zur Erkundung und der Suche nach Brandnestern kam eine Drohne mit einer Wärmebildkamera zum Einsatz. Weiterhin wurden zwei ATV (hoch geländegängige Kleinfahrzeuge) der Feuerwehren aus Kahl und Hörstein zur Erkundung eingesetzt. Löschwasser wurde im Pendelverkehr mit zwölf Tanklöschfahrzeugen an die Einsatzstelle gebracht. Mit Löschwasser betankt wurden die Fahrzeuge in Babenhausen und Ringheim. Dann wurde das Wasser an der Einsatzstelle in Sammelbehälter abgegeben und von da aus bis an die Brandstelle gepumpt.

Einsatzleiter Jan Bott, Feuerwehr Stockstadt, stand Kreisbrandrat Frank Wissel beratend beiseite. Von der Feuerwehr kamen 260 Frauen und Männer zum Einsatz. Diese kamen mit ca. 50 Fahrzeugen aus dem gesamten Landkreis Aschaffenburg und dem benachbarten Babenhausen (Hessen). Der Rettungsdienst war mit 30 Helfern und Versorgungseinheiten vor Ort. Diese kümmerten sich auch um die Versorgung mit Getränken und Brötchen. Weiterhin war die Polizei mit mehreren Streifen, Vertreter der Waldeigentümer, Bürgermeister Rafael Herbrik und Landrat Alexander Legler an der Einsatzstelle. Insgesamt ca. 300 Helfer.

Die Brandursache ist noch unbekannt. Die Polizeiinspektion Aschaffenburg führt gegenwärtig die Ermittlungen. 

Text und Bilder: Armin Lerch, Pressesprecher der Feuerwehr Stockstadt

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