Der Arbeitskreis PSNV-E führte kürzlich eine Fortbildung zum Thema „Kommunikation mit Suizidanten“ durch, bei der Herr Sutter als Referent gewonnen werden konnte. Sutter, Kriminalhauptkommissar, hat seine Expertise besonders in seiner langjährigen Tätigkeit in der Verhandlungsgruppe der Polizei gesammelt und brachte wertvolle Erfahrungen in die Veranstaltung ein. Zu dieser Fortbildung konnte KBM Tobias Brinkmann neben dem Referenten Andreas Sutter die eigenen Teilnehmer der PSNV-E Gruppe und Kollegen des PSNV-E Teams aus dem Landkreis Miltenberg begrüßen.
Sutter berichtete, dass sich jährlich etwa 10.000 Menschen in Deutschland das Leben nehmen – eine Zahl, die relativ stabil bleibt, sowohl in Jahren mit etwas höheren als auch mit etwas niedrigeren Fallzahlen. Im Jahr 2024 verzeichnete das Statistische Bundesamt (Destatis) 10.372 Suizidentodesfälle. Besonders auffällig ist die Verteilung, die zeigt, dass rund 71,5 % der Betroffenen Männer und nur 28,5 % Frauen sind. Suizid betrifft alle Altersgruppen, und gerade in der Gruppe der unter 25-Jährigen liegt die Zahl jährlich bei etwa 800 bis 900 Fällen.
Die Gründe für einen Suizid sind äußerst vielfältig und können kaum allgemeingültig zusammengefasst werden. Dennoch zeigen sich die Anzeichen in vielen Fällen als ähnlich. Es gibt häufig einen oder mehrere „Hilferufe“, die jedoch oft nicht erkannt oder ernst genommen werden. Viele hilfesuchende Personen finden leider nicht die Unterstützung, die sie benötigen.
Ein erster und entscheidender Schritt zur Hilfe besteht darin, Signale zu erkennen und ernst zu nehmen. Es ist wichtig, für den Betroffenen da zu sein, ihm zuzuhören und Zeit zu schenken.
Sutter stellte auch wichtige Punkte vor, die es zu beachten gilt, um mit suizidgefährdeten Personen zu sprechen. Während das Gespräch in der Regel Aufgabe der Polizei ist, liefert das Hintergrundwissen auch für Fachkräfte im Einsatz wichtige Aspekte, die eine Unterstützung und Zusammenarbeit erleichtern.
Am 10. September ist der Tag der Welt-Suizid-Prävention. Dieser Tag, in dem Aufklärungsarbeit besonders dargestellt wird, ist in der Gesellschaft kaum bis gar nicht bekannt. Das Thema „Suizid“ wird nach wie vor tabuisiert in unserer Gesellschaft. Leider haben viele Hilfesuchende oft keinen Zugang zu adäquaten Unterstützungsmöglichkeiten, Therapieangeboten oder freien Plätzen. Es ist dringend notwendig, über diese Themen aufzuklären und den Austausch darüber zu fördern, um die Hilfe für Betroffene zu verbessern. Denn die Anzahl derer, die sich das Leben jährlich nehmen, übersteigt die Anzahl derer, die bei Verkehrsunfällen ihr Leben verlieren um mehr als das Vierfache.
Für die Teilnehmer war es eine sehr interessante Fortbildung und ein Blick über den Tellerrand für ihre eigene Arbeit als PSNV-E Kräfte. Als Dankeschön überreichte KBM Brinkmann an Andreas Suttner ein kleines Präsent. Er dankte zudem der Freiwilligen Feuerwehr Feldkahl-Rottenberg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
(Quelle und Bilder KBM Tobias Brinkmann)


