In der ersten Woche, in der die drei Übungs-Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Großostheim im neuen Jahr wieder mit ihren wöchentlichen Übungen starteten, widmeten sich die praxisnahen Ausbildungen aus aktuellem Anlass dem Thema Eisrettung. Die Kälte führte den Zug 3 am Mittwoch, den 07.01.2026 und den Zug 2 am Donnerstag, den 08.01.2026 zum Sonneck See am Rande der Großostheimer Gemarkung in Richtung Stockstadt, wo die Stärke der Eisschicht mittlerweile etwa 10 cm betrug. Ziel der Ausbildung war es, das sichere Vorgehen bei der Rettung von in Eis eingebrochenen Personen zu trainieren, sowie verschiedene Rettungs- und Fortbewegungsmethoden unter realistischen Bedingungen zu vergleichen.
Nach dem Eintreffen am Ausbildungsort wurden die eingesetzten Fahrzeuge, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16), der Rüstwagen (RW), der Versorgungs-LKW (V-LKW), der Einsatzleitwagen (ELW 1) sowie das Tanklöschfahrzeug (TLF 20/40 SL) im Uferbereich positioniert. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse nutzten die Einsatzkräfte die Fahrzeugbeleuchtung, um den See und die umliegenden Bereiche großflächig auszuleuchten.
Im weiteren Verlauf legten die Feuerwehrdienstleistenden spezielle Eisrettungs- und Überlebensanzüge an, um den notwendigen Eigenschutz bei Arbeiten auf dem Eis und im kalten Wasser sicherzustellen. Um möglichst vielen Kräften praktische Erfahrung zu ermöglichen, wurde das Szenario mehrfach wiederholt. Hierzu wurde jeweils ein neues „Opfer“ kontrolliert und ebenfalls mit entsprechender Schutzkleidung in das zuvor geschaffene Loch im Eis geschickt, sodass mehrere Trupps nacheinander die Rettung durchführen konnten.
Die Fortbewegung auf dem Eis erfolgte mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Zum Einsatz kamen sowohl Spineboards als auch Teile von Steckleitern, die flach auf das Eis aufgelegt wurden, um die Last bestmöglich zu verteilen und ein weiteres Einbrechen in die Eisfläche zu vermeiden. Ziel dieser Vorgehensweise war es, die für die eigenen Abläufe effektivste und sicherste Methode zu proben. Sämtliche auf dem Eis eingesetzten Kräfte waren dabei jederzeit mittels Feuerwehrleine gesichert.
Bei der Rettung aus dem Eisloch wurde besonderer Wert auf eine waagrechte Lage der Person gelegt wurde, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten. Die gerettete Person wurde anschließend in Bauchlage auf der Steckleiter positioniert. Über eine am Ufer geführte Feuerwehrleine wurde die Leiter anschließend kontrolliert von den am Ufer eingesetzten Kräften an Land gezogen.
Die Ausbildung verdeutlichte die besonderen Gefahren einer Eisrettung und zeigte, wie wichtig konsequenter Eigenschutz, sauberes Arbeiten und klare Absprachen sind. Durch das wiederholte Üben konnten alle Beteiligten wertvolle Erfahrungen sammeln und ihre Sicherheit für den Ernstfall weiter erhöhen.
(Quelle und Bilder FF Großostheim)



