Zur Unterstützung der hessischen Einsatzkräfte wurde am Dienstagvormittag das Drohnenteam der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein zu einem großflächigen Waldbrand nach Rodenbach alarmiert. Auf einer Fläche von rund 550.000 Quadratmetern – entsprechend etwa 77 Fußballfeldern – war bereits seit dem Vortag ein Feuer ausgebrochen, das sich sowohl als Boden- als auch als Wipfelfeuer ausgebreitet hatte.
Die umfangreichen Brandstellen konnten durch einen massiven Einsatz von Einsatzkräften und technischem Gerät bereits in der Nacht und am Vortag weitgehend gelöscht werden. Dabei waren auch, wie von uns bereits berichtet, Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Aschaffenburg bereits im Einsatz. Neben zahlreichen Einsatzkräften am Boden kamen unter anderem drei Polizeihubschrauber mit Außenlastbehältern zum Einsatz.
Am Dienstag lag der Schwerpunkt der Feuerwehrarbeit auf der Kontrolle und Nachbereitung der abgebrannten Flächen. Ziel war es, verbliebene Glut- und Wärmenester frühzeitig zu erkennen und dadurch ein erneutes Aufflammen des Brandes zu verhindern.
Nach einer kurzen telefonischen Abstimmung wurde das Drohnenteam der Karlsteiner Feuerwehr mit fünf Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen nach Rodenbach entsandt.
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Vor Ort übernahm das Drohnenteam die sogenannte Hotspot-Suche in einem der drei Einsatzabschnitte. Mithilfe der Wärmebildtechnik konnten die weitläufigen Brandflächen systematisch aus der Luft kontrolliert und Bereiche mit erhöhten Temperaturen lokalisiert werden.
Die gewonnenen Informationen wurden unmittelbar an die Einsatzkräfte am Boden weitergegeben. Dadurch konnten die sogenannten Hand-Crews gezielt zu den festgestellten Wärmestellen geführt und diese kontrollieren, beziehungsweise nachlöschen.
Parallel dazu stellte ein weiteres Karlsteiner Team eine Übersichts-Drohne für die Einsatzleitung. Das großflächige Einsatzgebiet wurde wiederholt aus der Luft erfasst, um der Einsatzleitung ein aktuelles Lagebild zur Verfügung zu stellen.
Die Livebilder wurden sowohl auf den Monitoren des Drohnenteams als auch über Livestream und Funk in den Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) übertragen. Damit stand der Einsatzleitung während der Lagebesprechungen jederzeit ein aktuelles Bild der Einsatzstelle zur Verfügung, das in die weitere Lagebeurteilung und Einsatzplanung einbezogen werden konnte.
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Im weiteren Einsatzverlauf übernahm eine Führungskraft des Karlsteiner Drohnenteams zusätzlich die Aufgabe des Luftraumkoordinators. In enger Abstimmung mit der Einsatzleitung wurde der Einsatz der verschiedenen Drohnen von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei koordiniert.
Durch die Leitstelle Main-Kinzig wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung eine Freigabe des Luftraums bis zu einer Höhe von 600 Metern organisiert. Dadurch konnten die eingesetzten Drohnen in größeren Höhen betrieben und zusätzliche großflächige Übersichtsaufnahmen des Einsatzgebietes erstellt werden.
Der kontinuierliche Austausch mit dem Einsatzstab ermöglichte es dem Drohnenteam, seine technische Ausstattung und seine Erfahrung gezielt in die Einsatzplanung der hessischen Führungskräfte einzubringen.
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Nach insgesamt zwölf Stunden Einsatzzeit wurde das Drohnenteam durch die Einsatzleitung aus dem Waldbrandeinsatz entlassen. Doch bereits auf der Rückfahrt erreichte die Einsatzkräfte ein weiteres Hilfeersuchen.
Die örtlichen First Responder der Gemeinde Rodenbach sprachen den Gerätewagen Erkunden und Messen des Drohnenteams an einer roten Ampel an und baten um Unterstützung bei einer gemeldeten Reanimation in einem örtlichen Alten- und Pflegeheim.
Die Karlsteiner Feuerwehrleute begaben sich unmittelbar zur gemeldeten Einsatzstelle. Dort unterstützten sie die örtlichen Helfer bei der Durchführung der Reanimationsmaßnahmen, bis der Rettungsdienst eintraf.
Nach der Rückkehr zum Feuerwehrhaus in Karlstein wurden die eingesetzten Fahrzeuge und Gerätschaften wieder vollständig einsatzbereit gemacht. Nach insgesamt rund 13,5 Stunden konnte der Einsatz schließlich für die Karlsteiner Feuerwehr beendet werden.
Der Einsatz in Rodenbach verdeutlichte erneut die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten moderner Drohnentechnik bei großflächigen Schadenslagen. Insbesondere die Kombination aus Wärmebildtechnik, Livebildübertragung und großflächiger Lageerkundung aus der Luft ermöglicht es den Einsatzleitungen, auch bei weitläufigen Einsatzstellen schnell belastbare Informationen zu erhalten und Einsatzkräfte gezielt einzusetzen.
Die Feuerwehr aus Karlstein bedankt sich bei allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle und reibungslose Zusammenarbeit.