Nach Beschluss der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayerischer Untermain (ZRF) wird in der Stadt Aschaffenburg sowie den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg eine Lebensretter-App eingeführt. Entwickelt hat das System die Initiative "Region der Lebensretter". Ziel ist, die Überlebenschancen beim Herz-Kreislaufstillstand zu erhöhen.
Bei diesem lebensbedrohlichen Notfall kann die Integrierte Leitstelle Bayerischer Untermain registrierte Ersthelfende über Smartphone in der unmittelbaren Nähe des Notfalls orten und alarmieren. Die qualifizierten Retter, die in den ersten 3 bis 5 Minuten nach einem Herz- Kreislaufstillstand eintreffen, können die Überlebenschance der Patienten verdoppeln bis vervierfachen. Somit wird das bewährte System der Helfer-vor-Ort- und First-Responder-Einheiten sinnvoll ergänzt, deren bisherige Alarmierung unverändert fortgeführt wird.
Ab 1. März 2026 können sich alle interessierten, qualifizierten Ersthelfenden in der App anmelden. Nach einer Überprüfung ihrer Qualifikation werden sie freigeschaltet. Die Initiative „Region der Lebensretter“ unterstützt alle Ersthelfenden bei technischen, medizinischen und organisatorischen Fragen. Nach einem Einsatz kann bei Bedarf auch direkt in der App psychosoziale Unterstützung angefordert werden. Voraussichtlicher Start ist der 1. Juli 2026.
Mitmachen können Ersthelfenden ab 18 Jahren mit folgender Mindestqualifikation:
Um eine qualitativ hochwertige und leitliniengerechte Reanimation zu gewährleisten ist neben einer Grundqualifikation in BLS (Basic Life Support) regelmäßiges Training notwendig. Geeignet sind alle
- präklinischen Qualifikationen mit fortlaufender Rezertifizierung in BLS/ALS (z.B. Sanitätshelfer mit min. 48UE)
- Mitarbeitende aus Gesundheitsberufen und Kliniken mit klinischen Qualifikationen mit fortlaufender Rezertifizierung in BLS/ALS (z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger)
- Berufsgruppen ohne notfallmedizinische Fachqualifikation, die zusätzlich die Grundqualifikation erworben haben (z.B. BLS Kurs basierend auf ERC oder AHA), darunter Feuerwehr, Polizei, THW, Bundeswehr und diese jährlich auffrischen.
Mitinitiiert wurde die Einführung von der Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie der Gesundheitsregionplus Landkreis Miltenberg, die das System künftig ebenfalls mitverwalten werden.“
„Als ausgebildeter Rettungssanitäter habe ich schon oft erste Hilfe geleistet und auch einige Male reanimiert“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Herzing. „Die Einführung der Lebensretter-App ist ein weiterer Schritt, um die Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen Rettungsdienst zu überbrücken. Selbstverständlich werde ich mich auch registrieren.“
Landrat Dr. Alexander Legler unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts: „Die Einführung der Lebensretter-App ist ein maximaler Gewinn für uns alle, trägt sie doch wesentlich mit dazu bei, dass im Fall der Fälle schnellstmöglich Hilfsmaßnahmen ergriffen werden können, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes für das Überleben entscheidend sein können. Schließlich sind Herz-Kreislauf-Stillstände die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und gerade die ersten drei bis fünf Minuten sind entscheidend für das Überleben. Dass es gelungen ist, diese App auf den Weg zu bringen, ist ein weiterer Beleg dafür, wie erfolgreich und überlegt die Region zum Wohle der Menschen bei uns zusammenarbeitet. Ich danke allen, die sich an der App beteiligen und auf diese Weise unser schon sehr dichtes Netz an Lebensrettern noch engmaschiger knüpfen.“
„Die neue Lebensretter-App ist gelebtes bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne“, so Bernd Schötterl, Stellvertreter des Landrats, Landkreis Miltenberg.
Mehr Infos unter www.regionderlebensretter.de
(Quelle LRA Pressemitteilung vom 30.01.26 und ZRF-Info vom 29.01.26)



















